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Skater zischen nach Turin

Autor: Gastauthor Montag, Dezember 3rd, 2007 Nicht kommentiert Unter: Short Track
DESGphoto Paul Herrmann DESGphoto / L. Hagen

Auf ihrer zweiten Weltcup-Station dieses Winters in Heerenveen deuteten die Shorttrack-Spezialisten der DESG aufsteigende Form an “ auch am ersten Dezember-Wochenende in Turin

„Das waren wahrscheinlich die besten Runden meiner Karriere“, jubelte Paul Herrmann. Und meinte seinen Einsatz als Schlussläufer der deutschen Shorttrack-Staffel im Weltcup-Halbfinale von Heerenveen. Mit einem kaum für möglich gehaltenen Tempo katapultierte er das DESG-Quartett vom vierten auf den zweiten Platz und damit in den Endlauf. „Der Italiener war vor mir schon aus dem Windschatten, der Engländer rund zehn Meter vor mir. Eine Runde vor Schluss habe ich den Italiener überholt. Ich war so gut drauf, die Zuschauer brüllten, ich bin einfach nur gelaufen und habe meine Beine gar nicht mehr gespürt.“ Vor der Ziellinie zischte der 22-jährige Dresdner auch am Briten vorbei.

Nicht nur Paul Herrmann, der in Turin das Halbfinale avisiert, spürt den Aufwärtstrend. In Heerenveen hatten Aika Klein (Rostock) als Achte über 1000 m und Susanne Rudolph (Grafing), Zehnte über 500 m, ordentlich Gas gegeben. Auch das Erreichen des B-Finals über 1500 m durch Christin Priebst und Julia Riedel (beide Dresden) erfreute Bundestrainer Markus Tröger: „Die Männer konnten zwar keine vorderen Einzelplatzierungen erreichen, hatten aber auch Pech. Wie Tyson Heung, der über 500 m aus meiner Sicht zu Unrecht disqualifiziert wurde.“

Deutsch-Kanadier Heung, der abwechselnd in Montreal und Dresden lebt, hatte im Vorjahr überraschend den Gesamtweltcup über 500 Meter gewonnen. Dabei profitierte er vom noch nicht ausgereiften neuen Wertungssystem, zeigte aber dennoch die beste Einzelleistung eines deutschen Shorttrackers in der Weltcupgeschichte (dreimal auf dem Treppchen). In der Olympiastadt von 2006 will er über 500 und über 1000 m endlich wieder in die vorderen Ränge laufen. „Wir hoffen, uns auch im Gesamt-Weltcup zu verbessern. Der aktuelle Stand liefert kein objektives Bild, da wir den ersten Weltcup in China ausgelassen hatten“, so Markus Tröger. Der Modus wurde in dieser Saison korrigiert: Bei sechs Veranstaltungen auf den Olympiadistanzen 500, 1000 und 1500 Meter finden insgesamt je acht Wettbewerbe statt. Sechs Punktwertungen pro Läufer werten in den Weltcup einbezogen.

Positiv auf die DESG-Athleten könnte sich die neue Zweckgemeinschaft auswirken, in der sie phasenweise mit Belgiern, Letten und Österreichern trainieren. „Belgiens Nationaltrainer Jeroen Otter ist eine sehr gute Ergänzung zu Markus Tröger, jeder hat seine Stärken“, meint Paul Herrmann. „Diese Konkurrenz hebt das Trainings-Niveau an.“

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