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Alles zum Eisschnelllauf - Neuigkeiten und Ergebnisse

Mijnheer Kramer hält Hof

Autor: DESG Sunday, February 11th, 2018 Nicht kommentiert Unter: Olympia
Photo: Erik Pasman Siegerehrung 5000m Photo: Erik Pasman

Es war ein stimmungsvoller Tag im zum zweiten Mal vollbesetzten Gangneung Oval, der Heimat der olympischen Eisschnellläufer bei den Winterspielen. Als der koreanische Goldjunge von 2010 (über 10 km), Seung Hoon Lee – am Ende guter Fünfter – seinen Lauf gewann, tobten seine Fans. Good Vibrations am coastal cluster, wie bei einem Fußballmatch. Dann übernahm die niederländische Kultband Kleintje Pils die musikalische Regie, ein Rapper setzte noch eins drauf. Und nun betrat seine Eis-Majestät Sven Kramer die „Bühne“. Gewann das Duell gegen Patrick Beckert deutlich und holte sein drittes Olympia-Gold über 5000 Meter. Seine Anhänger verneigten sich. Geht eigentlich noch mehr? Die deutschen Hoffnungen hielten bis zu den letzten beiden Paaren, doch Patrick Becker als Zehnter in 6:17,01 Minuten und Moritz Geisreiter (6:18,34/12.) blieben hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Abgeschrieben für die 10 km sind sie aber keineswegs. „Jetzt eine gute Nachbereitung und auf der längeren Strecke ist die Chance ohnehin größer“, blickte Patrick Beckert sogleich nach vorne. Aber die Medien-Vertreter wollten den Lauf analysiert haben. Tat der Erfurter auch. Und ehrlich dazu: „Solche Tage gibt`s, es sollte heute nicht sein. Es war ein schwerer Lauf.“ Zumindest ab Runde 4, bis dahin hatte er in Schlagdistanz zu Mijnheer Kramer gelegen. Dann kletterten die Rundenzeiten über 30 Sekunden. „Vom Gefühl her ging es schwerfällig.“ Andererseits: „Eine 6:17 muss man erst mal laufen“, so der 27-Jährige, der eine Frage energisch kommentierte. „Ich brauche jetzt keine Aufbauhilfe.“ Er weiß, was er kann und wie mit solchen Situationen umzugehen ist.

Gute Trainingseinheiten, viele auf dem Rad, lagen hinter Moritz Geisreiter, im Weltcup meist auf Tuchfühlung mit den Podest-Kandidaten. Jetzt stimmte die Tagesform nicht, so seine erste Reaktion. „Das war ein Arbeiterlauf“, das Gleiten kostete viele Körner. „Physisch“ war alles im Lot, er fühlte sich auch topfit, „die Vorzeichen stimmten. Deshalb tut es schon weh, wenn das wichtigste Rennen der Saison so endet.“ Der Zweimeter-Mann aus Inzell aber besitzt bekanntlich Nehmerqualitäten. Das klingt dann so: „Die 10 Kilometer sehe ich als zweite Chance. Da will ich zeigen, weshalb ich angereist bin. Ich habe festen Boden unter den Füßen und bleibe heiß und motiviert.“

Am 15. Februar steigt das längste Rennen im Eis-Oval. Sicherlich sind die Medaillengewinner des Sonntags (Bloemen als Zweiter, bezwang seinen Rivalen Pedersen übrigens um 2 Tausendstelsekunden) in der Favoritenrolle. Aber das kann eher nicht schaden. Patrick und Moritz haben in diesem Winter schon mehrfach harte Kante gezeigt.

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