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Das olympische Wunder der Esmee Visser

Autor: André Unterdörfel Friday, February 16th, 2018 ein Kommentar Unter: Olympia
DESGphoto Esmee Visser DESGphoto / L. Hagen

Esmee wer? Diese Frage werden sich heute so einige gestellt haben. Selbst eingefleischte Eisschnelllauf-Fans kennen diesen Namen noch nicht so wirklich und dennoch kam dieser Sieg nicht unbedingt überraschend.

Esmee Visser tauchte beim OKT – dem olympischen Qualifikationsturnier der Niederländer – über 5000m auf wie Phönix aus der Asche. Eine kleine zierliche Person, die Runde um Runde versuchte ihren Traum zu erfüllen. Den Traum der Qualifikation zu den Olympischen Spielen. Anders als in Deutschland, hat jeder Sportler im olympischen Jahr in den Niederlanden die Möglichkeit mit einer solchen außergewöhnlichen Leistung sich für die Spiele zu qualifizieren. Esmee nahm ihr Herz in beide Hände und erlief sich diesen Traum mit Platz 2 über 5000m. Sie hat noch keinen Start beim Weltcup, ein 7. Rang bei der Junioren Weltmeisterschaft 2015 über 3km war ihr bestes internationales Ergebnis bis dato. Was folgte war ein ebenso überraschender Erfolg bei der Europameisterschaft über 3km. Dort waren aber nur wenige Top-Sportler am Start.

DESGphoto Martina Sáblíková DESGphoto / L. Hagen

Heute jedoch war ihr großer Tag! Völlig unbeschwert und leichtfüßig zog sie ihre Bahnen und Runden. Nur in den letzten beiden Runden gingen die Zeiten etwas nach oben. Mit einer Zeit von 6:50min allemal ein tolles Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt – und die Führung im Rennen. Es sollte noch viel mehr werden.

Das wurde absehbar, als Claudia Pechstein (GER) und Ivanie Blondin (CAN) bis zur 3km – Marke verzweifelt versucht haben an dieser Zeit dran zu bleiben. Beide Mitfavoriten zerbrachen ähnlich schon wie am Vortag Sven Kramer an der Vorgabe der jungen Niederländerin und verfehlten die Bestzeit und auch die Podestränge deutlich.

Am Ende konnte nur Martina Sablikova (CZE) die junge Niederländerin Esmee Visser noch gefährden. Doch auch der Tschechin fehlte es in den letzten 3 Runden am nötigen Punch, um den Rückstand doch noch aufzuholen. Dennoch wirkte Sablikova mit dem zweiten Platz überglücklich und zufrieden, hatte doch auch sie in der laufenden Saison mit vielen Rückschlägen und Verletzungen zu kämpfen. Dritte wurde Natalia Voronina, die sich auf der Zielgeraden noch an Anouk van der Weiden vorbei schob.

Vielleicht leitet dieser Sieg nun auch einen Generationenwechsel ein. Für Martina Sablikova waren es die letzten olympischen Spiele und ein krönender Abschluss ihrer Karriere. Für Esmee Visser war es das erste Rennen im internationalen Vergleich und gleich der erste Sieg. Schöner können olympische Geschichten nicht geschrieben werden.

One response to “Das olympische Wunder der Esmee Visser”

  1. Fredrik de Groot says:

    Im Oktober 2011, Esmee Visser “schaatste” in Erfurt und wurde im 3000m hinter Carijn Schoutens, Melissa Wijfje, Nicky van Leeuwen und Manon Dol fünfte. Ich war an dem Tag Kreuzungsrichter und konnte den Lauf hautnah verfolgen. Nichts deutete damals darauf hin, dass hier eine künftige Olympiasiegerin ihre Runden drehte. Aber in dieser Saison machte sie beim Worldcup in Stavanger mit dem 1. Platz im B-Lauf schon auf sich aufmerksam. Dann in Heerenveen die überraschende Quali für Pyeogchang und nun der Olympiasieg. Ganz große Klasse! Wir werden weiter von ihr hören.

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