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Sprint-WM 2010- Wolf auf Platz drei, Herren überraschen

Autor: Dirk Gundel Saturday, January 16th, 2010 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf
DESGphoto Jenny Wolf DESGphoto / L. Hagen

Die Asiaten dominieren wie erwartet den ersten Tag der Sprint-Weltmeisterschaften. Für die DESG begann der Wettkampf mit einer großen Enttäuschung, die Berlinerin Monique Angermüller stürzte nach einem schnellen 100 Meter Angang in der ersten Kurve und schied so schon auf der ersten Strecke aus dem Medaillenkampf aus. Zudem verliert die DESG damit einen Startplatz für die nächste Sprint-WM. Erfreulich lediglich, dass Monique ohne Verletzung blieb. Überraschung auch an der Spitze, Jenny Wolf legte keinen perfekten 500 Meter Lauf hin, so dass sie der Südkoreanerin Sang-Hwa Lee deutlich unterlag. Nach den Vorleistungen auf der Bahn in Obihiro war die Siegerzeit von 38,19 eher enttäuschend. Jenny Wolf blieb in 38,31 der zweite Platz und leider nur ein geringer Vorsprung für die 1000 Meter.

Im Interview mit dem ZDF sagte Jenny Wolf: “Nach etwa 300 Meter waren meine Kräfte weg, ich habe mich nur noch ins Ziel gerettet. Die letzten drei Nächte ohne Schlaf sowie das harte Training in Hinblick auf Olympia, machen sich jetzt bemerkbar.”

Auch über die lange Strecke ging der zweite Platz nach Berlin. Monique Angermüller zeigte sich vom Sturz über 500 Meter wenig geschockt und lief in 1.17,59 ein gutes Rennen. Schneller war nur die Japanerin Sayuri Yoshii. Die Japanerin blieb in 1.17,26 aber auch nur unwesentlich unter der Zeit ihrer 15-jährigen Landsfrau Takagi vor Wochenfrist. Offensichtlich war es den Eismeistern nicht gelungen, das schnelle Eis der Vorwoche wieder zu bereiten. Jenny Wolf hielt den Abstand als Achte in Grenzen (1.18,32) und hat sich damit die Chancen auf einen Medaillengewinn erhalten. Dagegen verlief der erste Tag für Judith Hesse und Heike Hartmann nicht so gut wie erwartet, beide liegen hinter doch weit hinter den Zielen zurück.

In der Gesamtwertung liegen die vier als Favoriten ins Rennen gegangenen Athleten an der Spitze. Dabei hat die Südkoreanerin Sang-Hwa Lee schon einen kleinen Vorsprung vor der Japanerin Sayuri Yoshii und Jenny Wolf. Nur knapp hinter der Berlinerin lauert die Japanerin Kodaira auf Rang vier. Alle anderen Kontrahentinnen sind im Kampf um die Medaillen ohne Chance. Das gleich sieben Asiatinnen unter den ersten zehn platziert sind, ist nach den Vorleistungen keine Überraschung. Heike Hartmann (20) und Judith Hesse (22) liegen in einem Bereich, der der DESG im kommenden Jahr zumindest einen dritten Startplatz sichert.

Jenny Wolf ist mit dem ersten Tag insgesamt zufrieden, da die 1000 Meter besser als erwartet liefen, für den zweiten Tag hat sie sich den Sieg und einen guten technischen Lauf über 500 Meter vorgenommen. Nach ihrem 1000 Meter Lauf war auch Monique Angermüller sehr zufrieden, trauert aber ihrer Medaillenchance etwas nach. Zum Sturz erläuterte sie: “Ich war sehr schnell auf den ersten 100 Metern, vor der Kurve war der letzte Schritt etwas kurz, so dass ich nicht richtig in die Kurve kam…,ich habe ein leicht taubes Gefühl in meiner Hand, ansonsten habe ich mich nicht verletzt.”

Auch bei den Herren dominierten die Asiaten die 500 Meter, mussten dann auf der 1000 Meter Strecke einige Enttäuschungen einstecken.

Die 500 Meter verliefen auch für die DESG-Starter ausgesprochen zufriedenstellend. Samuel Schwarz lief als einziger Athlet eine neue persönliche Bestzeit und kam in 35,75 sec auf Rang 14. Sein Rückstand zum Sieger betrug lediglich 0,74 Sekunden, so dicht war der Berliner noch nie an der Weltspitze über die 500 Meter dran. Noch schneller war Nico Ihle, in 35,66 sec kam der Chemnitzer auf einen guten zehnten Rang. Diesem positiven Trend schloss sich auch der Dritte im Bunde an, denn Jörg Dallmann lief in 36,69 sec eine Saisonbestzeit und hielt den Rückstand damit in Grenzen. Keichiro Nagashima siegte in 35,01 sec vor den beiden Koreaner Kang-Seok Lee und Kyu-Hyeok Lee. Der Dritte Koreaner Joon Moon, immerhin Medaillenkandidat, enttäuschte dagegen auf ganzer Linie.

Über die 1000 Meter der Herren gab es einige Überraschungen, aus deutscher Sicht ist da natürlich die Leistung von Samuel Schwarz herauszuheben. Der Berliner lief 1.10,20 min und kam auf einen nahezu unglaublichen dritten Rang. Zurück in der Weltspitze ist auch der Niederländer Beorn Nijhuis, seine 1.09,73 waren an diesem Tag nur vom großen Favoriten zu schlagen. Der Koreaner Kyu-Hyeok lief starke 1.09,44 und liegt damit in der Gesamtwertung mit deutlichem Vorsprung an der Spitze. Dagegen enttäuschte 500 Meter Sieger Nagashima, in 1.10,99 blieb der Japaner weit hinter den Erwartungen zurück liegt nur noch auf dem dritten Platz.

In der Gesamtwertung liegt jetzt der Niederländer Ronald Mulder hinter Lee auf dem zweiten Platz, sein Landsmann Nijhuis ist als Vierter ebenfalls in Lauerstellung. Nur 0,37 Punkte liegt Samuel Schwarz als Achter hinter dem Zweitplatzierten, eine großartige Ausgangssituation für den zweiten Tag. Auch Nico Ihle als Zwölfter und Jörg Dallmann auf Platz 27 haben die Erwartungen mehr als erfüllen können. Samuel Schwarz fasste die Ergebnisse des ersten Tages aus seiner Sicht zusammen: “Ich freue mich einfach nur riesig, auch wenn einige Topstars nicht am Start sind, ich bin einfach nur happy.”

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