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Rückkehr zu Rad und Rolle

Autor: Gastauthor Friday, September 3rd, 2010 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf

Eisschnelllauf: Drei ESC-Läufer bleiben Berlin treu / Gneupels Entdeckung wird 20 Jahre – Als Bart Schouten 2006 Bundestrainer geworden war, hatte er die deutschen Männer in Berlin zusammengezogen. Zwar hat sich die DESG wegen Erfolglosigkeit nun von Bart Schouten getrennt, doch drei Eisschnellläufer des ESC Erfurt wollen Berlin als Trainingsort die Treue halten.

(BERLIN/ERFURT) Das sind Robert Lehmann (26), Sascha Wilhelm (22) und Routinier Jörg Dallmann (31). In Berlin ist aber derzeit nur “Hugo” Dallmann. “Da der Verband keine Perspektive in mir sieht, habe ich auch keinen Kaderstatus mehr und bin damit nicht mit beim Trainingslager in Frankreich”, so der Mannschafts-WM-Dritte von 2008, “aber ich stecke den Kopf nicht in den Sand. Ich habe keinen Druck, glaube aber doch, dass ich noch was leisten kann.”

Für ihn wie für Lehmann ist dieser Sommer ein Djà-vu, denn das traditionelle “Rad und Rolle” (mit letzterem ist Training auf Inlinern gemeint) gab es in der Ära Schouten nicht. Der Holländer hatte auf ganzjähriges Eistraining gesetzt.

Rad und Rolle stehen auch im Auswahl-Traingslager im südfranzösischen Font-Romeu im Mittelpunkt. Der Erfurter Trainer Stephan Gneupel, nun wieder als Bundestrainer auch für die Männer (außer Sprint) zuständig, hatte Font-Romeu im Jahr 1990 als Trainingsort entdeckt und ist ihm bis heute treu geblieben.

“Hier ist irgendwie die Zeit stehengeblieben, wahrscheinlich sah es vor 20 Jahren schon ganz genauso aus”, mutmaßt Robert Lehmann, “seit meinem letzten Aufenthalt vor fünf Jahren ist noch jeder Stein an seinem Platz.” Dennoch ist der kleine Ort in den Pyrenäen ein idealer Platz für Rad und Rolle – und diesmal spielt auch das Wetter prächtig mit.

“Nach dem guten Radtraining in Livigno und dem Eislehrgang in Erfurt ist dies schon die dritte alte und neue Trainingsstation des Jahres”, sagt Robert Lehmann, “schon vor 2006 habe ich mit dieser Trainingslagerschiene unter der Leitung von Stephan Gneupel gearbeitet. Die Kommunikation mit dem Erfurter Trainer läuft nach vier Jahren Trennung von Tag zu Tag besser und meine Trainingsergebnisse in diesen Wochen zeigen, dass ich auf einem guten Weg bin.”

Heimtrainer in Berlin ist mit Andre Unterdörfel ein ehemaliger Inline-Nationalläufer, der das Metier bestens kennt. So haben die Erfurter in diesem Sommer schon vier-, fünfhundert Kilometer auf Rollen hinter sich. Dabei fährt Jörg Dallmann eigentlich lieber Rad, auch Rennen. Seinen geplanten Start am Sonnabend in Elxleben hat der Erfurter allerdings abgeblasen. “Da ich kein Kader mehr bin, musste ich mein gesponsertes Auto abgeben und bin nicht mehr so mobil.” Dafür hält Dallmann an seinem Projekt fest, andere Sportarten ernsthaft auszuprobieren. Nach Eishockey, Schwimmen, Fechten und Skispringen hat er sich jüngst im Radpolo versucht. “Es macht Riesenspaß. Aber bis auf weiteres bleibe ich in der Hauptsache Eisschnellläufer.”

Erstveröffentlicht in der Thüringer Allgemeinen am 3. September 2010 – Veröffentlichung auf SpeedSkatingNews.info mit freundlicher Erlaubnis des Autors

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