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Was macht eigentlich Robert?

Autor: Gastauthor Monday, April 26th, 2010 Nicht kommentiert Unter: Sportler Tagebuch

(von Robert Lehmann) Einen schönen Gruß vom Bundeswehr Lehrgang in Hannover. Seit zwei Wochen nun hat mich mein Arbeitgeber, die Bundeswehr, zum letzten Mal in meiner Laufbahn zum Militärlehrgang kommandiert. Kommandiert klingt gut und ich merke, dass ich schon wieder fast „mittendrin“ im Denken und Sprechen wie meine Kameraden vor Ort bin :-)

Leider hat mit dem „Dienst für das Vaterland“ auch mein Urlaub abrupt geendet. Fast einen Monat habe ich mir nun Zeit gelassen, um mich nach der langen und am Ende enttäuschenden Saison zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen. Natürlich beklage ich mich irgendwie auf einem hohen Niveau, denn ich habe mein Ziel, die Teilnahme an den Olympischen Spielen, eigentlich geschafft. Aber die große Entwicklung blieb im vergangenen Winter leider aus und am Ende verhinderte meine erste Krankheit der Saison ein gutes Abschneiden beim größten Sportereignis der Welt.

Kurz vor dem Beginn der Spiele fing ich mir eine Bronchitis ein und konnte trotz bester medizinischer Unterstützung den Verlust fast aller Kräfte und einem damit verbunden Einbruch im 5.000m Rennen nicht mehr verhindern. Die 10 Tage Antibiotika im Anschluss an die erste Strecke gaben mir physisch und auch psychisch den Rest und ich konnte mich trotz erneuter harter Arbeit nicht binnen kürzester Zeit erfolgreich und fit auf dem Eis zurück melden.

Nachdem ich dann beim Weltcupfinale im Niederländischen Heerenveen mein Verzicht auf die WM Mehrkampf erklärte, fühlte ich mich befreit und die Regeneration meines völlig leeren Körpers konnte beginnen.

Die freien Wochen verbrachte ich in meiner Wahlheimat Berlin. Ich erledigte verschiedene Dinge für die Universität, welche in der Zeit in Vancouver liegen blieben. Ich unternahm viel mit Freunden und vor allem spielte ich Golf. Die Zeit, ohne Druck etwas leisten zu müssen, war unglaublich entspannend. Es war sehr schön, kein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil man im Hinterkopf noch die Erledigung von Aufgaben und Trainingseinheiten hat.

Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem ich meinem Körper so viel Zeit gab, die Akkus wieder aufzuladen. Natürlich war ich nicht ganz untätig. Ich war des öfteren im Kraftraum um den Körper langfristig wieder an Belastungen zu gewöhnen und Rücken und Rumpf stabil und kräftig zu halten. Aber das ist ein absolutes „muss“ für mich und fast „lebensnotwendig“ um durch den Alltag zu kommen.

Nun also sitze ich nach vier Jahren wieder in einer richtigen Kaserne und lasse mich zum Feldwebel ausbilden :-) Die Zeit zum Training vor Ort ist nicht so reichlich wie gewohnt, aber trotzdem vorhanden. Es gehört „einfach“ ein Stück Disziplin und Ehrgeiz dazu sich nach Dienstschluss (gegen 16:30 Uhr) auf das Rad oder in den Kraftraum zu schwingen.

Wie es mit der Trainingsgruppe und den Trainern weiter geht, steht wohl auch die kommenden Wochen in den Sternen. Aber das ist gegenwärtig auch untergeordnet. Trainieren muss sowieso erst mal jeder für sich. Nach jahrelanger Erfahrung sollte auch jeder wissen was gut tut und zu einer ordentlichen Fitness führt. Ich verspüre nach der freien Zeit nun auch endlich wieder Freude am Sport und vor allem Lust zu trainieren.

In diesem Sinne,
schöne Grüße!
Robert Lehmann

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