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Saisonverlängerung: Bananen statt Spargel

Autor: Gastauthor Friday, March 13th, 2009 Nicht kommentiert Unter: Short Track
DESGphoto Tyson Heung DESGphoto / L. Hagen

Heerenveen – der Name hat einen guten Klang im Eissport. Doch normalerweise tummeln sich hier die Weltbesten mit den klappernden „Spargeln“, wie die langen Kufen der Eisschnellläufer auch genannt werden. Diesmal aber kratzen „Bananen“ übers Eis des friesischen Eis-Mekkas. So bezeichnet man die gekrümmten Kufen der Shorttracker, die natürlich auch nicht die 400-m-Bahn belegen, sondern das benachbarte Eishockeyfeld. Dort geht es eine Woche nach den Mehrkampf- und Strecken-Weltmeisterschaften von Wien nun um die Mannschafts-Weltmeistertitel.

Das Ereignis ist eine ungewohnte Saisonverlängerung für die deutschen Asse, denn die Teilnahme an der Team-WM ist für sie alles andere als selbstverständlich. Seit der Premiere dieser Titelkämpfe 1991 haben erst zweimal deutsche Mannschaften teilgenommen: 1998 in Bormio die Damen (Platz 7), 2007 in Budapest die Herren (Platz 6). In den anderen Jahren war Deutschland entweder nicht qualifiziert oder hatte auf eine Teilnahme verzichtet. Diesmal sind beide Mannschaften am Start. Die Männer haben sich regulär als eines von acht Teams über die Mannschaftswertung im Weltcup qualifiziert, die Frauen sind als Neunter nachgerückt, nachdem Bulgarien (wegen der Verletzung ihrer Topläuferin Jewgenia Radanowa) zurückgezogen hatte.

Die deutsche Teilnahme ist auch ein Zeichen gestiegener Wertschätzung und Förderung der Shorttrack-Sparte im deutschen Verband. Auch Bundestrainer Éric Bédard, der als Aktiver für Kanada selbst viermal Mannschafts-Weltmeister war, hat sich für den deutschen Start stark gemacht. „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, noch einmal viel Wettkampfpraxis gegen die Weltspitze zu sammeln“, sagt Bédard, „Wettkampf ist immer besser als Training. Die Teilnahme ist nicht für den Augenblick wichtig, sondern im Hinblick auf unsere Ziele 2010 in Vancouver.“

Durch das Reglement bekommen voraussichtlich alle Läufer Wettkampfeinsätze. Die WM wird durch eine Reihe von Vierländerkämpfen entschieden. Am ersten Tag gibt es (jeweils bei Damen und Herren) zunächst zwei Vorrundengruppen. Die beiden Gruppensieger erreichen direkt das A-Finale, die beiden Vierten das B-Finale. Hingegen laufen die beiden Zweiten und Dritten eine Hoffnungsrunde aus, aus der die Nummer 1 und 2 die A-Gruppe komplettieren (die anderen in die B-Gruppe). Die Entscheidungen in der B-Gruppe (um Platz 5 bis 8) und in der A-Gruppe (um Medaillen) fallen am zweiten Wettkampftag.

Und so läuft ein Vierländerkampf ab: Es gibt zunächst je vier 500- und 1000-m-Rennen. In jedem ist jedes Land mit je einem Läufer vertreten. Danach werden die sonst selten gelaufenen 3000 m entschieden (ein Lauf mit zwei Läufern pro Land). Für die Plätze eins bis vier gibt es 5, 3, 2 und 1 Punkt (0 Punkte bei Disqualifikation oder nicht erreichtem Ziel). Die doppelte Punktzahl gibt es beim abschließenden Staffelrennen (Damen 3000 m, Herren 5000 m).

Die deutsche Mannschaft

Herren: Sebastian Praus (Mainz), Tyson Heung, Paul Herrmann, Robert Becker, Robert Seifert (alle Dresden).

Damen: Aika Klein (Rostock), Susanne Rudolph (Grafing), Christin Priebst, Julia Riedel, Bianca Walter (alle Dresden).

  • Samstag, 14.03.2009
    • 10.30 Uhr Vorrundengruppe A Männer und Frauen
    • 14 Uhr Vorrunde B Männer und Frauen
    • 19 Uhr Hoffnungsrunde Männer und Frauen
  • Sonntag, 15.03.2009
    • 10.30 Uhr B-Finale Männer und Frauen
    • 14 Uhr A-Finale Männer und Frauen

WM-Homepage: https://www.knsb.nl/live-2009/wk/shorttrack

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