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Alles zum Eisschnelllauf - Neuigkeiten und Ergebnisse

„Mein Lieblingsplatz? Die Eishalle!“

Autor: Gastauthor Tuesday, March 17th, 2009 Nicht kommentiert Unter: Short Track
DESGphoto Eric Bedard DESGphoto / L. Hagen

Zeitgleich mit den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Richmond trugen die Shorttracker in Heerenveen ihre Mannschafts-Weltmeisterschaften aus – für beide Sportarten der Schlusspunkt hinter eine ereignisreiche Saison. Für die Shorttracker war sie sogar etwas länger, denn sie waren schon einen Monat eher in die Saison eingestiegen. Es war zudem die erste Saison unter der Regie des neuen Bundestrainers Éric Bédard. Mit dem 32-jährigen Kanadier, einst selbst ein international erfolgreicher Shorttracker, sprach Matthias Opatz.

Ein Jahr als Shorttrack-Trainer in Deutschland, wie fällt Ihre Bilanz aus?

Wir haben viel erreicht. Ich konnte im Verlauf des Jahres die Entwicklung der Läufer beobachten, fast alle haben sich gut entwickelt. Ganz deutlich wird diese Entwicklung anhand der Männer-Staffel: Am Anfang der Saison hatten wir das Ziel, uns für die WM zu qualifizieren, also Top-8. Am Ende der Saison hatten wir das Ziel, uns für den Endlauf zu qualifizieren, also Top-4. Und sehen Sie sich die Bilanz an: Wir waren bei den letzten sechs Welt-Ereignissen – vier Weltcups, WM in Wien und zuletzt bei der Mannschafts-WM in Heerenveen – immer in diesem Bereich: Sechster, Vierter, Dritter, Dritter, Vierter, Fünfter

Auf welchen Erfolg sind sie besonders stolz?

Das ist kein bestimmter Platz, sondern die Tatsache, dass die Sportler an sich glauben. An sich und die Mannschaft. Das ist mehr wert als ein einzelner Platz.

Aber natürlich war der Weltcup in Dresden ein ganz besonderes Erlebnis, wegen der Resultate und wegen der tollen Stimmung.

Zum Abschluss gab es die Mannschafts-Weltmeisterschaften, wo Deutschland erstmals sowohl mit den Männern als auch mit den Damen am Start war. Entsprachen die Ergebnisse Ihren Zielen?

Klar will man immer das Bestmögliche herausholen, wichtiger aber war die nochmalige Wettkampfpraxis mit der internationalen Spitze. Am zweiten Tag waren wir stärker als am ersten Tag, und den sechsten Platz der Männer, nur ganz knapp hinter dem Fünften Japan, sehe ich als einen Erfolg.

Wie sieht der Fahrplan für die olympischen Saison aus?

Jetzt gibt es erst einmal vier Wochen Urlaub für die Sportler und auch für mich. Am 20. April treffen wir uns alle wieder für drei Wochen Eistraining in Dresden. Nach einem Land-Trainingslager in Mai wollen wir ab Juni wieder aufs Eis, ich weiß noch nicht, wo genau das sein wird. Im September beginnt ja bereits die Saison mit den ersten Weltcups, und schon im Oktober müssen wir fit sein für die erste Olympiaqualifikation. Wir wollen uns mit beiden Staffeln für die Winterspiele qualifizieren.

Sie selbst fliegen morgen nach Hause, nach Montreal. Was werden Sie Ihren Freunden über Deutschland erzählen?

Es gibt viel zu erzählen. Zum Beispiel von Dresden, es ist so eine schöne Stadt. Montreal ist auch schön, aber die 800 Jahre Geschichte von Dresden, die man auch überall spürt, sind schon etwas Besonderes für einen Kanadier.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Dresden?

(lacht:) Die Eishalle! Da bin ich ja von morgens bis abends hier, am Eis oder im Büro, also muss es auch mein Lieblingsplatz sein. Und die Arbeit mit den Sportlern macht mir wirklich meistens Spaß.

Und außerhalb der Eishalle?

Es ist immer wieder schön in der Altstadt. Und mit den Rad fahre ich gern an der Elbe entlang oder durch den Großen Garten.

Welches sind die Hauptunterschiede zwischen Kanada und Deutschland?

Klar gibt es viele Unterschiede, wenn auch nicht so stark wie beispielsweise gegenüber Asien. Aber diese Unterschiede sind nicht entscheidend, ein Sportler ist ein Sportler. Für mich ist es eine Herausforderung, mich auf das Umfeld einzustellen und das Beste aus den Sportlern herauszuholen.

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