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Alles zum Eisschnelllauf - Neuigkeiten und Ergebnisse

Junioren kämpfen um WM-Titel

Autor: Dirk Gundel Thursday, February 24th, 2011 Nicht kommentiert Unter: Short Track
DESGphoto Monika Heller DESGphoto / L. Hagen

Einen Doppelstart bei den Junioren Weltmeisterschaften im Shorttrack und Eisschnelllaufen wird es in diesem Jahr nicht geben, denn beide Titelkämpfe finden parallel statt. Während die Shorttracker im italienischen Courmayeur die Besten ihrer Altersklasse ermitteln, starten die Eisschnellläufer im frostigen Finnland, genauer in Seinäjoki. Doch die Eisschnellläufer scheinen Glück zu haben, denn lagen die Temperaturen in den letzten Tagen meist unter minus 20 Grad Celsius, soll es ab Freitag mittag, kuschelig warm, bei nur noch 10 Grad unter dem Gefrierpunkt, werden.  Für Samstag und Sonntag sind sogar Werte im einstelligen Minusbereich angesagt. Diese Sorgen haben die Shorttracker nicht, sie laufen in der Halle und auch draußen ist es längst nicht so kalt wie in Finnland.

Die Wettkämpfe beginnen jeweils am Freitag und enden am Sonntag,

Was beide deutschen Teams eint ist die Außenseiterrolle die sie einnehmen. In Italien ruhen fast alle Hoffnungen auf Christoph Schubert in Finnland auf Doreen Lamb, die Langstrecken der Herren und die Teams.

Das Damenteam im Eisschnelllauf wird nach den gesundheitlichen Rückschlägen nur aus drei Läuferinnen, allerdings mit Perspektive,  bestehen. Doreen Lamb (Mylau) und Jessica Beckert (Erfurt) sind noch B-Juniorinnen, Miriam Neumann (Dresden)  ist auch im nächsten Jahr noch bei den Junioren startberechtigt.

Bei den Herren starten Willi Koschel und Jonas Pflug (beide Berlin)  sowie Lukas Tauchmann und Philipp Steinert (beide Chemnitz). Auch dieses Läufer sind mit Ausnahme von Willi Koschel im nächsten Jahr noch bei den Junioren startberechtigt.

Die Shorttracker hatten bei der letzten Junioren-WM nicht viel Freude, lediglich der damals jüngste Läufer, Christoph Schubert aus Dresden, konnte als Zwölfter über 1500 Meter ein Spitzenergebnis erzielen.

Die DESG entsendet das bisher jüngste Aufgebot zur Weltmeisterschaft. Bei den Juniorinnen ist Josephine Meschnik (Dresden) leider noch nicht für Deutschland startberechtigt, sie hätte in ihrer alten Heimat durchaus für Spitzenplatzierungen sorgen können. Bei den Junioren musste der Mannheimer Peter Anderl verletzt absagen.

Im Aostatal starten auf den Einzelstrecken für die DESG: Nathalie Prescher (Rostock), Maria Schulze (Dresden) und Monika Heller (Grafing) bei den Juniorinnen sowie Christoph Schubert (Dresden), Felix Spiegl und Jonas Kaufmann-Ludwig (beide München) bei den Jungen. Dominik Elstner (Dresden) läuft in der Staffel bei den Junioren, während die Mädchen auf eine Staffel verzichten.

DESGphoto Doreen Lamb DESGphoto / L. Hagen

Bei den Eisschnellläufern könnte die Freiluftbahn für die eine oder andere Überraschung sorgen. Hier die Top 3 der Junioren Weltrangliste und der jeweils schnellste Athlet aus Deutschland. Dabei ist natürlich zu beachten, dass einige Zeiten in Calgary erzielt wurden, andere Läufer überhaupt noch nicht auf einer schnellen Bahn unterwegs waren. Auch sind hier alle Junioren einbezogen, auch die, die sich nicht für die WM qualifizieren konnten.

500 Meter Damen

1 Karolína Erbanová CZE 38,22

2 Jekaterina Ajdova KAZ 38,84

3 Hege Bøkko NOR 39,05

26 Doreen Lamb 40,37

1000 Meter Damen

1 Jekaterina Ajdova KAZ 1.17,17

2 Hege Bøkko NOR 1.17,57

3 Miho Takagi JPN 1.17,70

30 Doreen Lamb 1.20,88

1500 Meter Damen

1 Miho Takagi JPN 1.56,16

2 Karolína Erbanová CZE 1.56,37

3 Hege Bøkko NOR 1.57,91

39 Doreen Lamb 2.05,49

1500 Meter Damen

1 Bo-Reum Kim KOR 4.10,54 (War bis vor 6 Monaten noch Shorttrackerin)

2 Hege Bøkko NOR 4.12,81

3 Fuyo Matsuoka JPN 4.13,42

39 Jessica Beckert 4.25,56

Im Vierkampf liegt Hege Bøkko vor Miho Takagi (JPN) und Karolína Erbanová (CZE).

500 Meter Herren

1 Laurent Dubreuil CAN 35,36

2 Denis Kovalj RUS 35,92

3 Seong-Kyu Kim KOR 35,97

172 Philipp Steinert 38,12

1000 Meter Herren

1 Laurent Dubreuil CAN 1.10,20

2 Håvard Holmefjord Lorentzen NOR 1.10,97

3 Junya Miwa JPN 1.11,00

90 Philipp Steinert 1.14,77

1500 Meter Herren

1 Sverre Lunde Pedersen NOR 1.45,48

2 Shouta Nakamura JPN 1.46,87

3 Martin Corbett CAN 1.48,50

39 Philipp Steinert 1.52,92

3000 Meter Herren

1 Simen Spieler Nilsen NOR 3.49,59

2 Kristian Reistad Fredriksen NOR 3.50,38

3 Maurice Vriend NED 3.51,17

21 Jonas Pflug 3.56,29

5000 Meter Herren

1 Sverre Lunde Pedersen NOR 6.22,83

2 Frank Hermans NED 6.33,24

3 Shouta Nakamura JPN 6.36,77

20 Jonas Pflug 6.50,11

Im Vierkampf ist Sverre Lunde Pedersen (NOR) klarer Favorit, dahinter lauern die Japaner und die Niederländer, sowie die Landsleute von Pedersen.

Das Zeiten manchmal auch nur Schall und Rauch sind, zeigte Doreen Lamb beim letzten Weltcup der Junioren, wo sie etliche Läuferinnen hinter sich ließ, die in der Weltrangliste vor ihr liegen. Allerdings waren da die besten Juniorinnen nicht dabei, da diese zeitgleich beim Weltcup der “Großen” starteten.

Die größte Medaillenhoffnung liegt ohne Frage auf dem Team der Herren, das hinter Norwegen und den Niederlanden zu den Kandidaten auf Bronze zählt.

Titel werden vergeben im Mehrkampf Damen und Herren, Team Damen und Herren, 2x 500 Meter Damen und Herren, 1000 Meter Damen und Herren, 1500 Meter Damen und Herren, 3000 Meter Damen und 5000 Meter Herren.

DESGphoto Martina Valcepina DESGphoto / L. Hagen

Im Shorttrack ist es schwer Vorhersagen anhand von Vorleistungen zu treffen, da die Taktik eine große Rolle spielt. Die Erwartungen an die Deutschen sollten aber nicht so hoch gehängt werden, Felix Spiegl bei den C-Junioren und Christoph Schubert bei den B-Junioren gehören zu den Besten ihrer Altersklasse in Europa. Nun müssen sie sich aber mit den Besten der Welt messen und noch dazu auch den besten A-Junioren. Insbesondere beiden männlichen Junioren sind die Unterschiede zwischen der AK 19 und AK 16 gravierend. Ein Großteil der Favoriten dieser Titelkämpfe ist bereits im Weltcup aktiv und lief teilweise auch letzte Woche in Dresden auf das Podium.  Um den Leistungsstand in etwa zu verdeutlichen, auch hier die Top 3 der Welt und die Zeiten der Deutschen.

500 Meter Damen

1 Martina Valcepina ITA 43,235

2 Kexin Fan CHN 43,518

3 Seung-Hi Park KOR 43,991

Monika Heller 48,060

Maria Schulze 48,202

Nathalie Prescher 48,256

1000 Meter Damen

1 Hyun-sun Hwang KOR 1.30,542

2 Dam-Min Kim KOR 1.30,593

3 Meng Lin CHN 1.32,337

Monika Heller 1.41,977

Maria Schulze 1.42,427

Nathalie Prescher 1.42,707

1500 Meter Damen

1 Dam-Min Kim KOR 2.20,869

2 Hyun-Sun Hwang KOR 2.24,917

3 Meng Lin CHN 2.25,572

Monika Heller 2.43,378

Nathalie Prescher 2.43,491

Maria Schulze 2.46,198

500 Meter Herren

1 Simon Cho USA 41,070

2 Wenhao Liang CHN 41,196

3 Songbo Liu CHN 41,664

Christoph Schubert 43,847

Felix Spiegl 45,574

Jonas Kaufmann-Ludwig 46,297

1000 Meter Herren

1 Jin-Kyu Noh KOR 1.24,650

2 Jack Whelbourne GBR 1.26,831

3 Wenhao Liang CHN 1.27,256

Christoph Schubert 1.32,818

Felix Spiegl 1.35,197

Jonas Kaufmann-Ludwig 1.38,214

1500 Meter Herren

1 Jin-Kyu Noh KOR 2.14,305

2 Jack Whelbourne GBR 2.14,574

3 Keita Watanabe JPN 2.14,579

Christoph Schubert 2.23,155

Felix Spiegl 2.27,835

Jonas Kaufmann-Ludwig 2.38,609

Insgesamt darf jedes Erreichen der zweiten Runde als Erfolg gewertet werden, lediglich Christoph Schubert dürfte sich etwas größere Ziele stellen und ein ähnliches oder gar besseres Ergebnis wie im Vorjahr anstreben. In der Staffel sind die Chancen auf ein Weiterkommen gering, aber wie das letzte Wochenende in Dresden zeigte, alles ist möglich. Gegner im Vorlauf sind Südkorea, Japan und Ungarn. Traditionell sind die Athleten aus China und Korea bei den Junioren eine Klasse für sich, diesmal haben aber auch die Europäer gute Chancen, allen voran die Zweite vom 500 Meter Rennen am letzten Sonntag, Martina Valcepina aus Italien.

Im Shorttrack werden bei der Junioren-WM nur die Titel im Mehrkampf (500,1000,1500, Superfinale) und in der Staffel vergeben. Im Vorjahr gewann Südkorea alle vier Titel, feierte bei den Damen einen sogar Dreifacherfolg. Christoph Schubert und Efi Papakonstanti waren auf Rang 29 dabei die besten Deutschen.

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