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Olympiasieg für Norwegen auf den 500m der Herren

Autor: André Unterdörfel Monday, February 19th, 2018 Nicht kommentiert Unter: Olympia
DESGphoto Håvard Holmefjord Lorentzen DESGphoto / L. Hagen

Kaum eine Atempause blieb heute, um sich nach dem Viertelfinalaus der deutschen Damen wieder auf die Herren und die 500m zu konzentrieren.

Bis zum vorletzten Paar konnte sich der Koreaner Min Kyu Cha auf der Führungsposition behaupten, ehe die große Stunde des Norwegers Håvard Holmefjord Lorentzen schlug. Mit einer Hundertstelsekunde distanzierte er sich vom Koreaner. Lorentzen, der von ser Sprintlegende Jeremy Wotherspoon trainiert wird, gewann damit die erste olympische Goldmedaille für Norwegen im Eisschnelllauf seit dem legendären Johan Olav Koss. Dieser geann auf den Langstrecke bei den Olypischen Spielen in Hamar im Jahr 1994. Auf Platz 3 kam der junge Chinese Tingyu Gao, der Mika Poutala (FIN) um 0,03 s auf Platz vier verwies.

Erstmals während dieser Spiele, spielten die Niederländer keine Rolle in der Medaillenvergabe und belegten die Plätze 7,9 und 10.

DESGphoto Nico Ihle DESGphoto / L. Hagen

Obwohl keine Medaille, verkauften sich die Deutschen Läufer recht gut. Den Beginn machte Joel Dufter, der mit 35,50s eine Saisonbestzeit lief. Die deutschen Hoffnungen lagen aber vielmehr auf dem Rennen von Nico Ihle.

Unmittelbar vor dem Rennen des Chemnitzers setzte der Koreaner Min Kyu Cha eine neue Bestmarke mit 34,42s und schockte die Konkurrenz – war dies doch gleich auch ein bis dahin neuer Olympischer Rekord. Im anschließenden Lauf und zunächst mit Fehlstart, konnte Nico Ihle nicht an seine Vorleistungen anschließen. Er lief mit 34,83s auf Platz 8. Nach einem gutem Start (9,76s) kam der sympatische Sachse in der ersten Kurve nur schwer in Schwung. Mit einem guten aber nicht optimalen Lauf fehlten ihm am Ende 0,26s zu Bronze.

Dennoch stand am Ende eine Top-8 Platzierung zu Buche. Sicherlich etwas womit Nico Ihle persönlich nicht zufrieden sein wird. Für die Förderung in der kommenden Saison ein kleiner Trost. Sowohl er als auch Joel Dufter starten noch über die 1000m am Freitag, und die Chancen auf Edelmetall bleiben gewahrt.

Die DESG schrieb dazu: Nico – Und jetzt die 1000 Meter …

Als die Schreiberlinge im gigantischen Gangneung Oval ihre Zeilen in die Rechner hämmerten, saß längst kein Zuschauer mehr auf den Tribünen – eine Stunde vorher hatte der Bär bei der schnellsten Eisschnelllauf-Entscheidung der Winterspiele gesteppt. Irgendwie eine bedrückende Stimmung, jetzt. Es gab keine Medaille zu vermelden, die ganz Deutschland Nico Ihle gegönnt hätte. Der Chemnitzer belegte beim Sieg des Saison-Dominators Havard Lorentzen (34,41 Sekunden) über 500 m Rang 8, nur gut zwei Zehntel von Bronze entfernt. Aber schon typisch, dass der starke Mann himself die miese Stimmung wegfegte. „Was soll’s? Ich lasse mich dadurch nicht aus dem Konzept bringen“, nahm der 32-Jährige sogleich die nächste Aufgabe ins Visier. Die 1000 Meter am Freitag.

Ein Fehlstart hatte den Vize-Weltmeister nur kurz aus der Fassung gebracht. Er gewann das Duell gegen den Polen Was, blickte aufs Tableau. Und fluchte. Da stand die „4“. Also auf jeden Fall keine Medaille. Doch mit dem Lauf war er nicht unzufrieden. „Wenn mir die Innenkurve über die 1000 so gelingt“ wäre mehr drin. „Über die längere Sprintstrecke bin ich eh besser“, so seine Ansage. „Dafür habe ich Saft und Kraft. Und ich fühle mich jetzt im Olympia-Modus, habe die Lust am Laufen gefunden und in der Vorbereitung alles richtig gemacht.“

Dass der Koreaner Cha und der Chinese Gao das Feld überraschend aufgemischt hatten, bestätigte die Einschätzung von Jan van Veen: „Zehn bis zwölf Sportler konnten heute aufs Podium kommen.“ Es erfordere bei Olympia schlicht „das Rennen seines Lebens“, um weit vorne dabei zu sein. Aber das könnte im Fall des unermüdlichen Nico Ihle auf seiner Hauptstrecke (er wurde im Januar EM-Dritter in Kolomna) der Fall sein. „Er hat die Form und da sehe ich seine Chancen unbedingt besser“, so Van Veen. Dann wird die Skating-Gemeinde für „ihren Nico“ einmal mehr zittern und bibbern. Beim olympischen Showdown in Korea. Joel Dufter gelang bei seiner olympischen Premiere eine Saisonbestzeit von 35,50 Sekunden – auf der weniger geliebten Sprintdistanz.

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