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Melanie: International & bei Olympia

Autor: SSN Monday, February 12th, 2018 Nicht kommentiert Unter: Olympia
Daria Kamelkova (l.) und Melanie Symalla (r.) bei Olympia 2018

Heute ist es mal an der Zeit etwas in eigener Sache zu schreiben. Einige werden es mitbekommen haben, dass die Ergebnisse auf SpeedSkatingNews.info derzeit nicht ganz so schnell und umfänglich wie gewohnt reinkommen. Dies hat aber einen einfachen und wunderbaren Grund, der mich (als Verfasser des Textes) sehr stolz macht, so dass ich hier darüber auch schreiben möchte: Melli ist in Korea bei den 23. Olympischen Winterspielen in offizieller Mission unterwegs!

In einem kleinen Raum des Gangneung Oval sitzt sie als Sportexpertin [Anm.d.R. offizielle Stellenbeschreibung] zusammen mit Alexander Kibalko (Vorsitzender der technischen Kommission der ISU) und Daria Kamelkova (Eventkoordinatorin der ISU) bei Olympia im Zentrum des Geschehens. “Ich konnte es kaum glauben, als mich Alex im August letzten Jahres angerufen hat und fragte, ob ich für Olympia bereit bin. Natürlich ist es eine Ehre und auch eine Bestätigung meiner bisherigen Arbeit, aber die lange Abwesenheit musste ich erstmal mit meinem Chef klären” erzählt sie freudestrahlend und lachend.

DESGphoto DESGphoto / L. Hagen

Eisschnelllauf ist für Melanie – besser bekannt als “Melli” – eigentlich “nur” ein Hobby, denn hauptberuflich arbeitet sie seit 2006 für eine Krankenkasse als Teamleiterin in Berlin. “Meine Aufgaben hier? Ich nehme alle Meldungen der Teams entgegen, prüfe nochmal die Qualifikationszeiten und versorge den Stadionsprecher mit Informationen zu Bestzeiten und Rekorden aller teilnehmenden Sportler. Bis auf die Zusammenarbeit mit dem Sprecher also eigentlich nichts, was ich bisher nicht auch bei anderen Weltcups oder Weltmeisterschaften auch schon gemacht habe. Aber halt auf nochmals einem ganz anderen Level.”, erzählt sie.

Aber wie kam es überhaupt dazu? Auch Melanie, wie soviele andere Offizielle bei Wettkämpfen im Einsatz sind, war früher einmal selbst als aktive Sportlerin auf dem Eis unterwegs. Nach einem erneut eher durchwachsenen Wettkampf, entschied sie sich, “um dem Sport treu zu bleiben”, wie sie dazu meint, die Seiten zu wechseln. Daher “heuerte” sie 1997 als Kampfrichter im Berliner-Sportforum an.

In den ersten Jahren sammelte sie hier in nahezu allen Positionen eines Kampfrichters Erfahrungen (vom Verteilen der Armbinden, der Rundenanzeige bis hin zur Handzeitnahme). Im Jahr 2002 bekam sie dann die Möglichkeit als Schiedsrichterin tätig zu werden und war seitdem nahezu jedes Wochenende während der Saisonen im Einsatz.

Mittlerweile gehört Melanie Symalla neben Hubert Kamml (Inzell) zu den beiden “ranghöchsten” Eisschnelllauf-Schiedsrichtern in Deutschland, die auch international tätig sind. “Ich wurde von Anfang an von der Berliner Bahn sehr unterstützt, insbesondere Kurt Ney [And.d.R. Bahnobmann] und Rüdiger Pape [And.d.R. ehemaliger ISU-Starter] haben sich sehr für mich eingesetzt und standen mir immer mit Rat und Tat zur Seite.”

DESGphoto Kurt Ney DESGphoto / L. Hagen

Wer jetzt glaubt, dass das Leben als Schiedsrichter nur aus “Weltcup-Jetset” und Großveranstaltungen besteht, der irrt jedoch. Insgesamt ist Melanie für 2 bis 3 Wettkämpfe (wie z.B. Weltcups oder Weltmeisterschaften) pro Saison international unterwegs. Daneben stehen aber auch unzählige “normale und kleinere” Wettkämpfen an der Berliner Bahn auf ihrem Terminplan. Generell erfordert die Tätigkeit als Schiedsrichter sehr viel Leidenschaft und Idealismus von ihr, denn bezahlt wird die Arbeit nicht. Zudem ist es erforderlich das sie etwa ein Drittel ihres Jahreurlaubes “opfern” muss. “Natürlich ist es viel Arbeit und die Verantwortung ist groß. Aber es lohnt sich, denn es macht unheimlich viel Spaß und es freut mich immer, wenn ein Wettkampf problemlos über die Bühne geht”, betont sie.

Neben ihren Einsätzen als Schiedsrichterin ist Melli auch seit einigen Jahren für die Durchführung des nationalen Schiedsrichterkurses in Deutschland verantwortlich: “Als Teilnehmerin bei ISU-Kursen habe ich natürlich die Verantwortung das Wissen auch an die anderen deutschen Schiedsrichter weiterzugeben. Und ich biete der DESG und den Trainern regelmäßig Schulungen für die Trainer (C-Schein) und Sportler an. Regelkunde ist für alle wichtig, um Wettkämpfe auf einem vernünftigen Niveau durchführen zu können.”

DESGphoto Rüdiger Pape DESGphoto / L. Hagen

Neben ihrem Einsatz als Schiedsrichterin für den deutschen Verband ist Melanie seit September 2015 auch offiziell als Statistikerin für die den deutschen Verband (DESG) tätig. “Nachdem Alfred Zickow [Anm.d.R. ehemaliger Statistiker der DESG] entschied aufzuhören, habe ich Gerd Heinze angeboten die Aufgabe zu übernehmen. Mit der Datenbank von Speedskatingnews.info im Hintergrund habe ich eine großartige Grundlage, um der Aufgabe gerecht werden zu können. Allerdings liegt meine Priorität ganz klar bei der Tätigkeit als Schiedsrichterin bzw. Sportexpertein.”, sagt sie, und fügt hinzu: “Sollte es also hier jemals Probleme geben, die Aufgaben erledigen zu können, würde ich die Arbeit als Statistikerin sofort einstellen.”.

Bis es jedoch soweit kommt, verbringt sie fast jeden Tag der Saison (und meistens auch im Sommer) mehrere Stunden ihrer Freizeit damit, das Zahlenmaterial von Wettkampfergebnissen zu erfassen, so dass die Statistiken erstellt werden können.

Nach den olympischen Spielen ist die Saison für Melanie übrigens noch lange nicht beendet. Es stehen dann noch ein Nachwuchswettkampf im Berliner Sportforum und die Junioren-Weltmeisterschaften in Salt Lake City auf dem Plan. Dann allerdings wieder direkt an der Bahn als Schiedsrichterin und nicht in einem kleinen Büro als Sportexpertin.

P.S.: Wer übriges Lust und Laune bekommen hat, auch als Kampfrichter tätig zu werden, ist herzlich eingeladen hier seine Kontaktdaten zu hinterlassen. Wir leiten dies dann an die entsprechende Bahn weiter.

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