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Niemannhalle ab Montag für Eisschnelllauf-Profis und Hobbyläufer empfangsbereit

Autor: Gastauthor Donnerstag, Juli 15th, 2010 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf
DESGphoto Erfurter Innenansichten DESGphoto / L. Hagen

(Erfurt) Nach der Saison ist vor der Saison. Das ist der Grund, warum die Niemannhalle mitten im Sommer Eis bekommt, auf dem sich einheimische wie ausländische Eisschnelllauf-Asse bewegen. Aber auch Hobby-Läufer dürfen rein.

Es wird wieder heißer, über 30 Grad. Derweil bereiten die Eismeister in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle das Eis für Sportler aus sieben Nationen, darunter die komplette deutsche Nationalmannschaft, die es ab Montag für drei Wochen zum Training nutzt. Devise: Draußen heiß −drinnen Eis. Den Erfurter Eisschnelllauf-Trainer Stephan Gneupel kann derlei Temperaturunterschied kaum schrecken. Den hatte er erst kürzlich, allerdings etwas anders verteilt: Unten heiß, oben Eis. „Beim Trainingslager in den Alpen von Livigno hatten wir im Tal bis zu 38 Grad, aber auf den Höhen um die Null und zweimal Neuschnee“, sagt er und fügt grinsend hinzu: „Dummerweise hatten die Ski-Ausleihstationen aber allesamt schon geschlossen.“

Aus dem ESC Erfurt waren sieben Sportler mit in der Höhe: Neben der Dreifach-Medaillengewinnerin von Vancouver, Stephanie Beckert, und ihrem Bruder Patrick waren dies die weiteren Olympiateilnehmer Robert Lehmann und Judith Hesse sowie die drei Jungsenioren (U 23) Sebastian Richter, Nicole Beyer und Eric Rauschenbach.

„Ausdauerbetontes Umfangstraining allgemein und auf dem Rad“, nennt es Gneupel, „bis hin zu echten Gipfelbelastungen.“ Was in dem Fall bewusst doppelsinnig gemeint ist. Denn vom 800Meter hoch gelegenen Livigno in Norditalien ging es auf Pässe jenseits der 2300 Höhenmeter (Bernina, Forcopla). Auf der Schweizer Seite war auch das Befahren der berühmten Sankt-Moritzer Bobbahn eine Herausforderung −natürlich bergauf. „Klar war’s hart, aber es hat trotzdemSpaß gemacht“, versichert Nicole Beyer (20).

Seit diesem Sommer hat der 62-jährige Stephan Gneupel wieder als Bundestrainer den Hut auf für die deutschen Langstreckler und Mehrkämpfer −Frauen und Männer. Damit beendete die DESG das vierjährige Männer-Trainingsmodell von Bart Schouten mit am Ende unbefriedigenden Ergebnissen. So sind auch die zuletzt in Berlin stationierten ESCer Lehmann und Rauschenbach wieder „heimgekehrt“.

DESGphoto Stephan Gneupel DESGphoto / L. Hagen

Während in dieser Woche auf der heimischen Bahn an der Thüringenhalle gerollt wurde, geht es ab Montag aufs Eis. Für Gneupel aber kein Gradmesser, nur eine Zwischenstation. „Wichtiger als die Zeiten auf dem Eis sind die Daten der komplexen Leistungsdiagnostik, wozu verschiedene Belastungen und medizinische Tests gehören. Das liefert am ehesten ein Indiz, wohin die Reise dann im Winter gehen könnte.“ Einen „scharfen“ Wettkampf gibt es trotzdem. Am 30. Juli treffen die besten deutschen Eisschnellläufer auf Konkurrenz aus Russland, Kasachstan, Polen, den Niederlanden und weiteren Ländern, die sich für das dreiwöchige Sommereis angemeldet haben. Zum niederländischen Rennstall Control gehört auch 1500-m-Olympiasieger Mark Tuitert.

„Nach dem Sommer-Eis geht es weiter mit Höhentraining in Celerina (Schweiz) und Font Romeu (Südfrankreich)“, so Gneupel, „dort wird vor allem gerollt.“ Großes Saisonziel im nächsten Winter sind die Einzelstrecken-Weltmeisterschaften im eigenen Land: vom 10. bis 13.März in Inzell. Dort soll dann die nach Berlin und Erfurt dritte deutsche Eisschnelllauf-Halle stehen.

Nicht mehr mit dabei sind dann die beiden Erfurter Eissprinter Anton Hahn und Pamela Zoellner, die nach der für sie enttäuschenden Olympia-Saison ihre leistungssportliche Karriere beendet haben. Während ab Montag tagsüber die Schnelllauf-Asse ihre Runden auf dem Erfurter 400-Meter-Eis-Oval drehen, kommen jeweils am Abend (am Wochenende am Nachmittag) auch alle Hobbyläufer freie Fahrt.

Für alle Interessierten: Eislaufzeiten vom 12. bis 25. Juli: Montag bis Freitag 19.30 Uhr bis 21 Uhr; Sonnabend/Sonntag 16 Uhr bis 17.30 Uhr. Eintritt: Vollzahler 3 Euro, ermäßigt 2 Euro

Erstveröffentlicht in der Thüringer Allgemeinen (Ausgabe Erfurt) vom 08. Juli 2010. Veröffentlichung auf SpeedSkatingNews.info mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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