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Jury verhindert Mauscheleien in Collalbo

Autor: Dirk Gundel Sunday, January 9th, 2011 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf
DESGphoto Enrico Fabris DESGphoto / L. Hagen

Die Eisschnelllauf Europameisterschaft in Collalbo hat beinahe für einen absehbaren Skandal gesorgt, den wir gestern bereits angekündigt haben. Der Italiener Enrico Fabris ist “plötzlich und unerwartet” erkrankt und konnte zu den 10000 Metern nicht antreten. In diesem Fall sehen die Regeln vor, dass der erste Nichtqualifizierte nachrückt. Laut Regularien ist dies aber nicht der Dreizehnte der Gesamtwertung, sondern der erste Sportler der in der Berechnung der Finalplätze ausschied. Diese Berechnung hatten wir in unserem gestrigen Artikel erläutert, demnach wäre der Landsmann Luca Stefani als Elfter über 5000 Meter der erste Nachrücker. Stefani liegt auf Platz 17 der Gesamtwertung und hätte weder ein Ticket für die WM noch den dritten Startplatz für die nächste Europameisterschaft erkämpft. Durch den Startverzicht von Fabris wäre Stefani automatisch in die Top 12 vorgerückt. Fabris wäre anhand seiner Punkte auf Platz 13 eingereiht. Die Konsequenz wäre, dass Italien zwei Startplätze für die nächste Weltmeisterschaft und drei für die nächste Europameisterschaft bekommt.

Für Robert Lehmann hätte dies an seinem 27.Geburtstag keine Konsequenzen, er würde zwar auf Rang 15 zurückfallen, der WM-Startplatz bliebe aber bei den Deutschen.

Dagegen hätte Schweden seinen sportlich erkämpften Platz für die Weltmeisterschaft verloren, denn Joel Eriksson wäre auf Platz 16 zurückgefallen.

Auch wenn diese geplante Aktion aus Sicht der Italiener nachvollziehbar und letztlich auch regelkonform ist, bleibt es doch eine grobe Unsportlichkeit die dem Fairplay im Sport zu wiederläuft. Und genau deshalb hat die Jury ihren Ermessensspielraum ausgenutzt und den Start des Italieners Stefani untersagt. Damit haben die Tifosi mit Zitronen gehandelt, Fabris wird in der Endabrechnung so nur Zwölfter, Stefani bleibt auf Platz 17.

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