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Alles zum Eisschnelllauf - Neuigkeiten und Ergebnisse

Jenny Wolf zur Halbzeit Zweite

Autor: Dirk Gundel Saturday, January 22nd, 2011 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf
DESGphoto Jenny Wolf DESGphoto / L. Hagen

Die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft im Sprintvierkampf in Heerenveen hielt am ersten Tag alles was sie versprach. Höhepunkt war dabei sicherlich der unglaubliche 1000 Meter Lauf der Olympiasiegerin Christine Nesbitt aus Kanada.

In 1.15,01 min blieb Nesbitt deutlich unter dem alten Bahnrekord von Anni Friesinger und distanzierte die Konkurrenz um fast 1,5 Sekunden. Nachdem die Kanadierin bereits über 500 Meter mit 38,57 sec und Platz 6 die Erwartungen erfüllt hatte, liegt sie nun mit rund 0,8 Punkten Vorsprung bereits deutlich in Führung. Wesentlich enger geht es dahinter zu, wobei fast alle Läuferinnen auf einer Strecke hinter den Erwartungen zurück blieben.

Jenny Wolf hatte zwar die 500 Meter gewonnen, jedoch in für sie eher durchschnittlichen 38,21 sec und nur einem hauchdünnen Vorsprung vor Margot Boer und Nao Kodaira (beide 38,28). Über 1000 Meter drehte die Berlinerin dann aber auf, ging volles Risiko und lief auf der ungeliebten Strecke in 1.17,36 auf einen unerwarteten fünften Platz. Neben Nesbitt waren nur die Niederländerinnen Ireen Wüst (1.16,49), Annette Gerritsen und Laurine van Riessen auf dieser Strecke schneller. Die im Weltcup zuletzt so starke Heather Richardson verlor nach einem Stolperer etwas Geschwindigkeit und enttäuschte ebenso wie Margot Boer und Nao Kodaira.

Im Gesamtklassement liegt Jenny Wolf 0,085 Punkte vor Annette Gerritsen. Die Niederländerin ist nach ihrer langen Verletzungspause die große Überraschung des ersten Tages, weil sie auf beiden Strecken an ihr Leistungsvermögen heran lief. Doch die Japanerin Nao Kodaira liegt nur minimale 0,005 Punkte dahinter und auch Margot Boer und Heather Richardson sind noch in Reichweite.

Die beiden anderen deutschen Läuferinnen brachten über 500 Meter die erhofften Leistungen, konnten dann aber über 1000 Meter nicht das umsetzen, was beide im Weltcup schon gezeigt haben. Judith Hesse (38,93 und 1.18,33) liegt in der Gesamtwertung nach dem ersten Tag auf Platz 11 mit nur hauchdünnen Rückstand auf die Top-Ten. Gabriele Hirschbichler (39,79 und 1.18,75)  liegt auf Platz 21 und hat ausgezeichnete Chancen sich für das Finale der besten 24 zu qualifizieren.

Monique Angermüller hatte trotz zuletzt guter Testleistungen auf einen Start verzichtet und nutzt die Wettkampfpause zum Training.

Die Stimmungslage bei den deutschen Herren war schon nach den 500 Metern grundverschieden. Samuel Schwarz kam am Start ins Stolpern und hatte schon nach drei Schritten seine Chancen auf eine Top-Platzierung in der Gesamtwertung verspielt. Nico Ihle dagegen lief in starken 35,35 sec als Sechster erneut in die absolute Spitze und verschaffte sich eine gute Ausgangssituation für den Vierkampf. Denny Ihle wiederum hatte in den letzten Jahren viele Zeiten dicht an die 36 Sekunden-Marke gelaufen, konnte diese aber nie unterbieten. Dann gelang dem Chemnitzer in einem Testrennen vor der WM endlich der Sprung unter 36 Sekunden und nun legte er befreit vor der Last dieser Marke noch einmal nach. 35,80 sec und damit weniger als drei Zehntel Rückstand auf die Top-Ten, dass lässt für die nächsten Wochen hoffen.

Über die 1000 Meter der Herren war keiner der Deutschen richtig zufrieden, aber erneut nur Samuel Schwarz wirklich unzufrieden. Der Berliner hatte schon vor der WM befürchtet, dass ihm nach seinem Trainingsausfall noch etwas die Kraft fehlt, dies bestätigte sich in 1.11,56 min. Damit hat der Weltcupsieger aus Obihiro kaum noch Chancen sich für den zweiten 1000 Meter Lauf zu qualifizieren. Auch für Denny Ihle dürfte morgen nach dem 500 Meter Lauf der Wettkampf beendet sein, doch er kann mit 1.12,76 min eher zufrieden sein, blieb er doch nur 0,09 Sekunden hinter der persönlichen Bestzeit zurück. Nico Ihle schaffte es auch über die 1000 Meter in die Top-Ten, war aber nach 1.10.37 min nicht ganz zufrieden. Das dazu kein Grund besteht zeigt ein Blick auf die Gesamtwertung, denn dort liegt der Chemnitzer auf Platz 6.

An der Spitze hat sich ein spannender Vierkampf um die Medaillen entwickelt, Stefan Groothuis (35,21 und 1.08,97) liegt dabei knapp vor Titelverteidiger Kyu-Hyeok Lee (34,92 und 1.09,65) in Führung. Aber auch die Olympiasieger Shani Davis (35,25 und 1.09,14) sowie Tae-Beom Mo (35,19 und 1.09,38) liegen noch in Reichweite. Bester vom “Rest” ist überraschend Kjeld Nuis aus den Niederlanden, der vor einigen Wochen nur Insidern bekannt war.

Stimmen:

Jenny Wolf: “Das die 1000 Meter so gut laufen, habe ich gehofft. Das dann viele andere Favoriten nicht an diese Zeit herankommen, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich wusste, dass ich nicht in Topform bin. Von daher sind auch die 500 Meter okay, mir fehlt ein bisschen die Kraft.”

Nico Ihle: “Es waren keine perfekten Läufe, aber ich bin insgesamt zufrieden”.

Judith Hesse: “Die 500 Meter waren technisch nicht perfekt, über 1000 Meter habe ich den Angang verschlafen, dass muss und wird morgen besser werden.”

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