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Ireen Wüst und Ivan Skobrev holen Gold

Autor: Dirk Gundel Monday, February 14th, 2011 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf
DESGphoto Ireen Wüst DESGphoto / L. Hagen

Die Eisschnelllauf-WM in Calgary war an Dramatik kaum zu überbieten. Mit Ireen Wüst und Ivan Skobrev lagen am Ende zwei der Favoriten an der Spitze, hatten dabei aber großen Widerstand zu brechen. Stephanie Beckert sorgte für einen tollen Abschluß für das DESG-Team.

Die über 1500 Meter in dieser Saison ungeschlagene Christine Nesbitt musste sich ausgerechnet auf ihrer Heimbahn im direkten Vergleich gegen Ireen Wüst geschlagen geben. Die Niederländerin siegte in 1.52,59 min deutlich gegen Nesbitt, die in 1.53,22 min auf den zweiten Rang kam. Auch Marrit Leenstra konnte überzeugen und lief in 1.53,88 min eine neue persönliche Bestzeit. Dagegen lief es bei Martina Sablikova nicht rund, die Tschechin kam in 1.55,61 min nur auf Platz 8.

Isabell Ost konnte erneut überzeugen und auch auf der dritten Strecke eine neue Bestzeit aufstellen. die 1.56,72 min reichten erneut zum 14.Platz. In der Gesamtwertung belegte die Berlinerin den 18.Rang und konnte die Erwartungen übertreffen. Und auch Stephanie Beckert lief ein gutes 1500 Meter Rennen, verpasste ihre Bestzeit in 1.58,53 min nur hauchdünn.

Damit hatte sich Ireen Wüst, die im Vorfeld den Titel angekündigt hatte, fast 15 Sekunden Vorsprung für die 5000 Meter vor Sablikova herausgelaufen. Christine Nesbitt lag zwar auf Rang zwei, doch angesichts ihrer Schwäche auf der langen Strecke konnte es eigentlich nur noch um die Bronzemedaille gehen.

Schon im ersten Finalpaar über 5000 Meter wurden dann die magischen 7 Minuten unterboten. Masako Hozumi verbesserte den japanischen Rekord auf 6.56,35 min. Dies sollte auf dieser Strecke am Ende der dritte Platz sein. Anschließend lief Stephanie Beckert ein herausragendes Rennen, angesichts ihrer gerade überstandenen Erkrankung war dies nicht zu erwarten. In einem gewohnt konstanten Rennen verbesserte die Erfurterin ihre persönliche Bestzeit auf 6.49,51 min und blieb als fünfte Läuferin in der Historie unter 6.50 min.

Als erste der Medaillenkandidaten lief Marrit Leenstra aus den Niederlanden 7.06,74 min. Damit musste Christine Nesbitt eine Zeit von knapp unter 7.16 min für die Medaille laufen. Dies gelang der Kanadierin souverän, mit 7.09,06 min blieb sie deutlich unter der Vorgabe und glaubte die Bronzemedaille errungen zu haben. Doch sie hatte die Rechnung ohne Martina Sablikova gemacht. Die Tschechin auf Bestzeitkurs laufend, kam nach einer Unkonzentriertheit nach 3350 Metern auf der Zielgerade zu Fall und rutschte auf die Innenbahn.  Ehe sie wieder in den Lauf kam, war Gegenerin Ireen Wüst weit enteilt. Wüst lief in 6.55,85 min auf den zweiten Platz, während Sablikova mit einer Energieleistung wenigstens noch die Bronzemedaille gewann. Damit am Ende ein klarer Gesamtsieg von Ireen Wüst vor der Sprint-Weltmeisterin Christine Nesbitt und Titelverteidigerin Martina Sablikova. Stephanie Beckert kam im Gesamtklassement auf Rang 12.

Bei den Herren musste Robert Lehmann nach seiner Disqualifikation im ersten Paar über 1500 Meter gegen den Japaner Nakamura laufen, der erwartungsgemäß vom Start weg hinterherlief. Der Erfurter blieb mit 1.46,57 min deutlich über seine Bestleistung und wird am kommenden Wochenende noch etwas schneller sein müssen, da diese Zeit nur Rang 17 bedeutete. Und auch bei den Herren gab es eine Überraschung, denn Shani Davis lief in 1.43,45 min am Podium auf dieser Strecke vorbei. Der Sieg ging an Ivan Skobrev, der mit 1.42,94 min einen neuen Landesrekord aufstellte, dabei Jonathan Kuck (1.43,12) und Brian Hansen (1.43,35) hinter sich ließ und die Führung in der Gesamtwertung übernahm.

Über 10000 Meter sorgte der Neuseeländer Shane Dobbin für eine Überraschung, als er im zweiten Paar mit 13.06,17 min eine Weltklassezeit lief und nach den 5000 und 1500 Metern erneut einen Landesrekord aufstellte. Am Ende Platz vier in der Streckenwertung für den ehemaligen Inliner. Spannend der Kampf der US-Amerikaner, Jonathan Kuck zog nach 13.11,24 min noch an Brian Hansen und Shani Davis in der Gesamtwertung vorbei. Hansen rettete 0,001 Punkte auf Davis. Die Medaillen wurden dann aber in den letzten beiden Paaren vergeben.

Dabei zeigte Håvard Bøkko eine taktische Meisterleistung, lief lange im Windschatten von Jan Blokhuijsen, ehe er einen langen Endspurt über 6 Runden anzog und in neuer Landesrekordzeit von 12.53,89 min den Niederländer auch in der Gesamtwertung überholte. Doch gegen Ivan Skobrev konnte der Norweger den Rückstand im Vierkampf nicht aufholen, Skobrev der zwischenzeitlich  schon fast 100 Meter hinter seinem Laufgegner Koen Verweij herlief, zog in der zweiten Rennhälfte das Tempo an und sicherte sich in ebenfalls in Landesrekordzeit von 12.58,36 min den zweiten Platz über die 10000 Meter und den Sieg in der Gesamtwertung. Bronze ging an Jan Blokhuijsen, der nach 13.00,04 noch an seinem Landsmann Koen Verweij vorbeiziehen konnte.

Am kommenden Wochenende findet der vorletzte Weltcup in Salt Lake City statt, dort wird die DESG wieder mit voller Kapelle starten.

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