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Alles zum Eisschnelllauf - Neuigkeiten und Ergebnisse

DESG-News vom 11.08.2005

Autor: Redaktion Thursday, August 11th, 2005 Nicht kommentiert Unter: Eisschnelllauf

Starke Berliner “Eiszeit” / Ab 15. August Rollen in der Höhe

Damenteam Nach dreiwöchigem Eistraining in Berlin trainieren die meisten deutschen Eisschnelllauf-Asse wieder “auf dem Trockenen”. Einige allerdings nicht: Die Trainingsgruppe von Jan Coopmans (Grefrath), u. a. mit Christian Breuer und dem 10-km-WM-Siebenten Marco Weber, befindet sich noch bis zum 24. August in Calgary, wo sie sich am kommenden Wochenende bei den “Summer Classics” internationaler Konkurrenz stellen. Die anderen Trainingsgruppen brechen am 15. August in die französischen Pyrenäen auf, wo in Font Romeu traditionell das Roll-Trainingslager stattfindet. Bereits seit Ende Juli befindet sich die Trainingsgruppe von Stephan Gneupel (Erfurt) mit den Weltmeisterinnen Daniela Anschütz und Sabine Völker “in der Höhe”, sie trainieren in St. Moritz (Schweiz). Hingegen schwitzen die anderen Asse derzeit noch in Deutschland – laufend, auf dem Rad, auf Inlinern oder im Kraftraum.

“Das Eistraining in Berlin hatte einen planmäßigen und sehr erfolgreichen Verlauf”, sagt DESG-Cheftrainer Helmut Kraus, “gekrönt von einigen für die Jahreszeit ausgezeichneten Resultaten beim Abschlusswettkampf. Hervorheben möchte ich die 5000 m von Tobias Schneider und Marco Weber, die 3000 m von Schneider und Christian Breuer, die 500 m von Jenny Wolf, die 1000 m von Sabine Völker und die 3000 m von Claudia Pechstein. Martina Sablikova hat mit ihrem Junioren-Weltrekord aber auch gezeigt, dass auch die anderen Nationen nicht schlafen. Wir dürfen auf eine spannende Olympiasaison gespannt sein.” Höhepunkt des Berliner Wettkampf war der Deutsche Rekord mit der Damen-Mannschaft (Pechstein, Anschütz, Völker), nachdem es zuvor einige gemeinsame Trainingseinheiten speziell für die neue olympische Disziplin gab. “Schade, dass Jan Friesinger gestürzt ist, sonst wäre auch bei den Männern ein sehr gutes Resultat möglich gewesen”, so Kraus, nach dessen Auskunft unter den deutschen Olympiakandidaten alles gesund ist. Auch die kleinere Erkältung, wegen der Anni Friesinger von einem Start beim Berliner Sommerwettkampf abgesehen hatte, sei kein Thema mehr.

Bilder vom Sommerwettkampf

Shorttrack: “Konkurrenz belebt das Geschäft”

Seit Montag trainiert die deutsche Shorttrack-Nationalmannschaft in Oberstdorf auf Eis. “Für uns kommt es drauf an, uns im technischen Bereich zu stabilisieren und schon erste höhere Geschwindigkeiten aufzunehmen”, sagt Shorttrack-Cheftrainer Jürgen Dennhardt. Der Dresdener hatte je sechs Herren und Damen nach Oberstdorf eingeladen: Paul Herrmann, Tyson Heung (beide Dresden), Sebastian Praus (Mainz), Thomas Bauer (München), Arian Nachbar und Andre Hartwig sowie Aika Klein (alle Rostock), Susanne Rudolph (Grafing), Tina Grassow, Christin Priebst, Yvonne Kunze und Julia Riedel (alle Dresden). “Je fünf von den sechs werden die ersten beiden Weltcups in Asien bestreiten, da gibt es schon jetzt starke Konkurrenz im Team, aber das ist ja keineswegs ein Nachteil für das Trainingsniveau.” Als eine Bereicherung habe sich auch der seit Ende 2004 in Dresden ansässige Deutschkanadier Tyson Heung erwiesen, der ab der kommenden Saison für die DESG startberechtigt ist.
Die internationale Shorttrack-Saison beginnt bereits am 29. September mit einem Weltcup in China, eine Woche später folgt ein weiterer in Südkorea. Vor dem Abflug nach Asien bestreiten die Auswahlmannschaften von Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland in Mannheim einen Länderkampf (23. September).

Silberne Ehrennadel der DESG geht nach Japan

Dieser Tage erhielt mit Kazuhiro Nunoura aus den Händen von DESG-Präsident Gerd Heinze (Berlin) erstmals ein Japaner die Silberne Ehrennadel der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Doch Kazuhiro Nunoura ist kein Sportler, Trainer oder Förderer, sondern Repräsentant der Sportausrüster-Firma Mizuno, mit der der deutsche Eisschnelllauf seit rund zwei Jahrzehnten erfolgreich zusammenarbeitet.

“Motor” der DESG wurde 50

Er ist so etwas wie der “Motor der DESG” (O-Ton Präsident Gerd Heinze): Günter Schumacher. Am 23. Juli wurde Schumacher 50 Jahre – Glückwunsch! “Er ist der Steuermann des sportlichen Erfolgskurses seit 15 Jahren, der auch bei ß»Flauteß« alle Schiffe in Bewegung hält”, sagt Gerd Heinze. Nach erfolgreichen Karrieren als Sportler (viermal Deutscher Meister) und Trainer (führte u. a. Michael Hadschieff zu zwei Olympiamedaillen) arbeitet der gebürtige Münchner seit 1990 erfolgreich als Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Als Fachmann hat er in der ISU ebenso einen guten Namen (Vorsitz der Trainerkommission) wie im NOK oder im Deutschen Sportbund.

Training und Trainerkurs paralell

Eigene Erfahrungen im Hochleistungssport sind für einen Trainer Gold wert. Sportler von heute, Trainer von morgen – unter diesem Motto geht die DESG neue Wege. Während des Rad-Trainingslagers in Livigno nahmen 15 Nationalmannschaftsmitglieder im Eisschnelllauf und Shorttrack am ersten Teil der Ausbildung zum C-Lizenz-Trainer teil. “Die Resonanz auf unsere Nachfragen hat alle Erwartungen übertroffen”, sagt Gerd Bonke, DESG-Referent für Trainerausbildung, “daher haben wir die erst ab 2006 geplante Ausbildung um ein Jahr vorgezogen. Und die Durchführung im Rahmen eines Trainingslager war ein Novum, aber auch ein Erfolg. Das Echo war sehr positiv. Aktivensprecher Christian Breuer hat sich übrigens sehr für diesen Weg starkgemacht.”

Zu den Teilnehmern gehörten neben Breuer u. a. Judith Hesse, Gunda Niemann-Stirnemann, Danny Leger, Heike Hartmann, Gabi Hirschbichler und Robert Lehmann. Im Vorfeld hatte es Befürchtungen hinsichtlich der Belastbarkeit der Athleten für “Schule nach 20 Uhr” gegeben. “Aber alle waren pünktlich aus den verschiedenen Hotels erschienen, gute Mitarbeit und Diskussionsfreudigkeit zerstreuten diese Befürchtungen. Kompliment an die Sportler!”, sagt Gerd Bonke. Die Ausbildung wurde am Rande des Sommereis-Lehrgangs in Berlin fortgesetzt.

Schon beim Sport an das Danach denken

Auch in anderer Hinsicht beschritt die DESG Neuland. Unter dem Stichwort “Duale Karriereplanung” fand in Livigno ein Seminar sowie eine Reihe individueller Beratungen statt. “Bisher war eine Laufbahnberatung bei einem Auslandstrainingslager nicht möglich. Doch wo erreicht man so viele interessierte Athleten als bei einem Kaderlehrgang? Und in der Tat war diese Aktion ein Erfolg”, sagt Antje Jasch, DESG-Sporttechnik-Mitarbeiterin, “man muss eben auch an die Zeit nach der Karriere denken, und es gibt noch andere gute Lösungen neben der Bundeswehr.” Die Sportler wurde über Möglichkeiten informiert, Berufsausbildung oder Studium mit speziellen Sonderformen neben er Leistungssport-Karriere zu betreiben. Jasch: “Die Resonanz war riesig, hier wurde wirklich Informationsbedarf gedeckt.” Unter anderem wurde ein konkretes Berufsorientierungsseminar beim bevorstehenden Eistrainingslager in Erfurt vereinbart, an dem u. a. mehrere Sportler aus der Trainingsgruppe Coopmans (Grefrath) teilnehmen werden. Für ihre Hilfe dankt die DESG der Stiftung Deutsche Sporthilfe und den OSP-Laufbahnberatern.

DESG-Eisschnellläufer und – Shorttracker des Jahres gesucht

Traditionell findet im Sommer wieder die DESG-Wahl der Eisschnellläufer, Shorttracker und Trainer des Jahres statt. Die Jury besteht wieder aus drei Gruppen: Trainer und Mitarbeiter der DESG zum einen; zum zweiten Fachjournalisten von Funk und Presse sowie zum dritten “Kufenflitzer”-Leser und Eisschnelllauf-Fans. Unter den Einsendungen von Lesern und Fans werden wieder drei Preise verlost (DESG-Souvenirs und Eintrittskarten für den Weltcup in Inzell). Den Stimmzettel finden Eisschnelllauf-Fans in der Juli-Ausgabe des “Kufenflitzer” (Nr. 29) .

“Lust auf Leistung” machte “Lust auf mehr”

Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe führte das der Hochschule Pforzheim angegliederte Steinbeis-Transferzentrum für Unternehmensentwicklung ein Wirtschaftsplanspiel für ehemalige und noch aktive Spitzensportler durch. Unter dem Motto “Lust auf Leistung” trafen sich 22 Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften, um in 5 verschiedenen Teams abseits des Sports in den Wettstreit um Erfolgswert und Marktanteile zu treten. Zu den Teilnehmern, gehörte Frank Dittrich, der insgesamt sechsmal Bronze bei Weltmeisterschaften gewann. Seit Ende seiner Karriere 2004 arbeitet er als Eventmanager bei der Deutschen Kreditbank und hilft, die enge Partnerschaft zwischen der DKB und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft mit Leben zu erfüllen.

Die Aufgabe für die 5 Damen und 16 Herren aus den Sportarten Judo, Fechten, Schwimmen, Volleyball, Trampolin, Bob, Gewichtheben, Basketball und Eisschnelllauf bestand darin, ein Familienunternehmen für Fitnessgeräte in eine erfolgreiche Zukunft zu führen unter Beachtung der jeweiligen konjunkturellen Entwicklungen, der Arbeitsmarktlage sowie der eigenen Strategie. Die Vermutung, dass Unternehmensplanspiele ob ihres Wettbewerbscharakters und der kompakten Wissensvermittlung den sportlichen Trainingserfahrungen ähnlich sind und somit ideal in die Aus- und Weiterbildung von Spitzensportlern passen, wurde von allen Beteiligten bestätigt.

Auch Garbrecht schwitzt für Karriere nach der Karriere

Die neunmalige Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt will es nicht nur auf dem Eis wissen, sondern bereitet sich ebenfalls bewusst auf die nachsportliche Karriere vor. Momentan verbessert die Berlinerin ihre Kenntnisse in Englisch. “Vor allem das Business-Englisch, wie Inhalte aus dem Marketing, Verkauf und Abläufe aus dem alltäglichen Geschäft, sind eine große Herausforderung für mich”, sagt die gelernte Werbekauffrau, “neben meinem Sport brauche ich auch eine Abwechslung für meinen Kopf und ich fühle, wie ich dadurch einfach mental stärker werde”, erklärt sie weiter. Die Winterspiele von Turin sollen Moniques fünfte Olympische Spiele werden, und sie brennt noch immer für den Sport. Kürzlich wechselte sie zu Erfolgstrainer Joachim Franke zurück, der sie von 1996 bis 2002 zu sechs WM-Titeln und Olympia-Silber führte.

Kurioser Bahnrekord: 52 Sekunden für Pechsteins Rückwärts-Runde

Claudia Pechstein Einen kuriosen Bahnrekord stellte Olympiasiegerin Claudia Pechstein in der Eisschnelllaufhalle Berlin-Hohenschönhausen auf. Sie benötigte für die 400-m-Stadionrunde 52,03 s, allerdings rückwärts – eine Zeit, an der sich selbst die meisten der im Rückwärtslauf geübten Eishockeyspieler die Zähne ausbeißen dürften. Auch Pechsteins Wettgegner im Rahmen der ARD-Fernsehsendung “Einfach Millionär!”, der Komiker Kalle Pohl, hatte mit seinem Spikes-Mofa keine Chance (1:12,43). Hingegen mußte sich Pechstein im Vorwärtsgang einem 420-PS-Audi RS2 Quattro knapp geschlagen geben. Für die knapp 900 m lange Strecke benötigte Pechstein auf Kufen 1:15,81 min, DTM-Profi Frank Stippler im Audi trotz eines Bandencrashs 1:13,67. Pechstein: “Ein Glück, dass die Saison vorbei ist, der macht ja die ganze Bahn kaputt!”.
Fotos von den Duellen

DIES & DAS

“SEITENSPRUNG”. Als Gast nimmt die Berliner Eisschnellläuferin Jenny Wolf derzeit am Training der Shorttracker in Oberstdorf teil. Die 26jährige Sprinterin (Gesamt-Zweite im 100-m-Weltcup 2004 und 2005) will damit vor allem ihre Kurventechnik verbessern, wo sie zuletzt Reserven hatte. Im Shorttrack (111-m-Runde) ist der Kurvenradius wesentlich geringer als auf der 400-m-Bahn,.

EHEMALIGEN-TREFFEN. Zum dritten Mal laden die Initiatoren Jörg Lange und Uwe Mammitzsch zum Traditionstreffen ehemaliger Eisschnellläufer nach Berlin. Das Treffen soll am 12. November stattfinden. Mammitzsch: “Die rege Teilnahme und der vielfache Wunsch, aus dem 1. Seniorentreffen 2003 eine feste Größe zu machen und jährlich stattfinden zu lassen, soll auch in diesem Jahr in Erfüllung gehen. Wir wollen eine Plattform und Möglichkeit anbieten, wo sich ehemalige Aktive, Schul- und Trainingskameraden sowie Betreuer, Trainer und Funktionäre wiedertreffen, Erinnerungen austauschen, alte Freundschaften auffrischen und einen gemeinsamen Abend zu verbringen.”

ABSCHIED. Die Shorttracker Guido Hegener (EHC Klostersee Grafing) und Ulrike Lehmann (ESV Turbine Rostock) haben im Sommer ihre leistungssportliche Karriere beendet. Lehmann (23) nahm 2002 an den Olympischen Spielen teil (Staffel Platz acht) und gewann 2002 und 2004 EM-Bronze mit der Staffel. Hegener (20) nahm dreimal an Junioren-WM teil (2004: Platz 24), war 2003 Deutscher Meister über 1000 Meter.

HOCHZEITSGLOCKEN. Jens Boden (Dresden), Olympiadritter von Salk Lake City 2002 über 5000 m, hat im sächsischen Tharandt seine Freundin Nadja geheiratet. Vor anderthalb Jahren hatte der Sachse die angehende Physiotherapeutin kennen und lieben gelernt. Wegen des Trainings für Bodens großes Ziel Turin waren aber noch keine Flitterwochen drin. “Wir gönnen uns jetzt nur drei Tage an der Ostsee”, verriet Boden den Dresdner Neuesten Nachrichten. Die Hochzeitsreise soll aber nach Olympia nachgeholt werden.

KLARTEXT. Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, jetzt hat es Anni Friesingern ihren Fans auch quasi offiziell auf ihrer Homepage bestätigt: Sie und der niederländische 1000-m-Olympiasieger von Nagano, Ids Postma, sind wieder ein Paar. ” Wann immer ich Zeit habe (und das ist leider nicht oft der Fall) verlege ich mein Training nach Friesland und bin überglücklich über die Unterstützung durch Ids. Vor allem als ich mich in Livigno am Sprunggelenk verletzte und einige Zeit ausfiel war er ein wichtiger Rückhalt für mich.”, schreibt die Inzeller Doppel-Weltmeisterin auf ihrer Homepage.

BOTSCHAFTER. Eisschnellläuferin Monique Garbrecht-Enfeldt engagiert sich für die vom Bundes-Gesundheitsministerium initiierte Aktion “Bewegung und Gesundheit”. Als Leistungssportlerin weiß sie, wie wichtig Gesundheit ist: “Mein Körper ist mein Kapital, um Spitzenleistungen bringen zu können. Generell ist aber die körperliche Fitness, in Kombination mit Ernährung, eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Leben. Ich hoffe deshalb, dass die Kampagne “Bewegung und Gesundheit” möglichst viele Menschen motiviert, sich mehr zu bewegen und dadurch aktiv etwas für die eigene Fitness und Gesundheit zu tun.”

TRAINERPREIS. Die Ludwigshafenerin Gundi Pawasserat, Shorttrack-Trainerin beim Mannheimer ERC, ist mit dem Trainerpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. In der Kategorie Trainer des Jahres belegte die 41jährige den 3. Platz. Als aktive Shorttrackerin war Gundi Gramminger-Pawasserat zwischen 1983 und 1992 neunmal hintereinander Deutsche Meisterin. Im Seniorenbereich tritt sie nach wie vor zu Wettkämpfen an und holte bei Eisschnelllauf-Senioren-WM zweimal den Altersklassensieg. Als Trainerin betreut sie u. a. die Shorttrack-Talente Dennis Walzer und Ulrike Wutzke.

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