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Historia: Die Dresdener Erfolgsstory

Autor: Dirk Gundel Thursday, January 29th, 2004 Nicht kommentiert Unter: Historie

Bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck begann in Dresden eine einzigartige 15 Jahre anhaltende Erfolgsgeschichte. Im 3000 Meter Lauf sorgte die damals 15jährige Andrea Mitscherlich mit dem Gewinn der Silbermedaille über 3000 Meter für eine faustdicke Sensation. Auch die 17 jährige Ines Bautzmann konnte als Fünfte und Siebte über 3000 Meter und 1500 Meter in die Weltspitze hineinlaufen.

In den darauf folgenden Jahren konnten die Dresdner mit den beiden damals erfolgreichsten Trainern, Rainer Mund und Ernst Luding, weitere Athleten in die Weltspitze führen.

Neben Andrea Ehrig (Schöne)-Mitscherlich und Ines Pochert-Bautzmann etablierten sich Birgit Schöfisch-Czak, Carola Bürger, Sylke Luding, Skadi Walther, Heike Pöhland, Christa Luding-Rothenburger und Karina Enke (Kania)-Richter in der Weltspitze.

Der sportliche Höhepunkt waren dabei sicher die Olympischen Spiele 1984 in Sarajevo. Auf den damals vier Damenstrecken über 500,1000,1500 und 3000 Meter gewannen die Dresdnerinnen 4 x Gold und 4 x Silber und deklassierten damit den Rest der Welt.

Sieben weitere Olympische Medaillen, davon 2 x Gold, wurden zudem 1980 und 1988 gewonnen.
Zwischen 1981 und 1988 wurden bei den Mehrkampfweltmeisterschaften 7 x Gold und 6 x Silber, bei Sprintweltmeisterschaften zwischen 1979 und 1989 8 x Gold, 4 x Silber und 3 x Bronze nach Dresden geholt.
Hinzu kommt noch eine olympische Silbermedaille im Radsport. 1988 in Seoul gelang Christa Luding-Rothenburger als einziger Athletin der Geschichte, das Kunststück im gleichen Jahr sowohl bei den Winter- wie auch bei den Sommerspielen eine Medaille zu erkämpfen.

Zahlreiche Weltrekorde und Juniorenweltrekorde wurden durch die Dresdnerinnen aufgestellt.

Mit dem Bau der Berliner Eisschnelllaufhalle veränderten sich die Prioritäten in der DDR, zudem gab es in Erfurt eine junge Trainingsgruppe die bereits 1988 den Anschluss an die Weltspitze hergestellt hatten.
Nach den Rücktritten von Karin Enke und Andrea Ehrig nach der Saison 1988 übernahmen die Erfurter dann auch die Regentschaft im Mehrkampf. Constanze Moser-Scandolo siegte bei der Weltmeisterschaft 1989 knapp vor Gunda Kleemann (Niemann-Stirnemann), deren Erfolgsgeschichte bis heute anhält.

Im Sprint konnte Christa Luding-Rothenburger die Dresdner Erfolgsstory noch etwas aufrechterhalten. 1989 gewann sie die Silbermedaille, dann kehrte sie 1991 nach der Geburt ihres Sohnes auf die Eisbahn zurück und wurde nochmals Sechste im Sprintvierkampf. Gold ging damals an Monique Garbrecht (-Enfeldt) die auch 13 Jahre später absolute Sprintweltklasse ist. 1992 zum Abschied ihrer Karriere konnte Christa Luding dann noch zwei Bronzemedaillen gewinnen, im Sprintvierkampf und bei den Olympischen Spielen.

Zu den Erfolgszeiten der Dresdnerinnen gab es noch keine Einzelstrecken-Weltmeisterschaften, der Weltcup wurde erst 1985 eingeführt und auch nicht immer besetzt. Trotzdem konnten vor allem die drei erfolgreichsten Athletinnen eine unglaubliche Medaillensammlung erringen.

Andrea Ehrig (Schöne)-Mitscherlich
Olympia: 1 x Gold, 5 x Silber, 1 x Bronze
WM: 2 x Gold, 4 x Silber
EM: 5 x Gold
Weltcupsiege: 6
DDR-Meisterschaften: 13 x Gold, 10 x Silber, 5 x Bronze

Christa Luding-Rothenburger
Olympia: 2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze (eine Silber im Radsport)
WM: 2 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze
Weltcupsiege: 16
DDR-Meisterschaften: 11 x Gold, 8 x Silber, 4 x Bronze

Karin Enke (Busch,Kania)-Richter
Olympia: 3 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze
WM: 11 x Gold, 4 x Silber
EM: 3 x Silber
Weltcupsiege: 21
DDR-Meisterschaften: 17 x Gold, 6 x Silber, 2 x Bronze

Das die Dresdnerinnen auch heute nicht in Vergessenheit geraten sind, zeigen zwei Zeitungsartikel
Dresdner Neue Nachrichten über Christa Luding Rothenburger
Sächsische Zeitung über Karin Enke-Richter

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