Visitenkarte der Eisbahn: Sportforum Berlin-Hohenschönhausen

Adresse:
Weissenseer Weg 51-55
13053 Berlin
Google Maps
Region:
Berlin
Nation:
Deutschland
Internet:
http://www.eissport-berlin.de/
Bahndaten:
Hallenbahn, Kunsteisbahn
Bahnlänge:
400 Meter
Höhe:
34 Meter über Meeresspiegel
eröffnet:
1985

Bahnrekorde:

DisziplinZeit / PunkteNameDatum
100 Meter10,58Jenny Wolf 28.10.2005
500 Meter37,52Jenny Wolf 08.11.2009
1000 Meter1.15,17Anni Friesinger 28.10.2005
1500 Meter1.55,54Anni Friesinger 17.11.2006
2400 Meter3.02,90Paulien van Deutekom (NED)17.11.2006
3000 Meter4.00,75Martina Sáblíková (CZE)06.11.2009
5000 Meter6.59,26Martina Sáblíková (CZE)09.02.2008
10000 Meter17.21,72Grit Mertens 08.03.2008
2 x 500 Meter75,890Jenny Wolf 17. - 18.11.2006
Sprintvierkampf154,530Anni Friesinger 21. - 22.02.2009
Mini-Vierkampf166,954Judith Hesse 08. - 10.02.2002
Kleiner Vierkampf162,147Anni Friesinger 29. - 30.12.2006
DisziplinZeit / PunkteNameDatum
100 Meter09,78Denny Ihle 06.02.2010
500 Meter34,70Joji Kato (JPN)07.11.2008
1000 Meter1.08,53Shani Davis (USA)06.11.2009
1500 Meter1.44,47Shani Davis (USA)08.11.2009
3000 Meter3.45,79Bob de Jong (NED)19.12.2009
5000 Meter6.09,76Sven Kramer (NED)17.11.2006
10000 Meter13.09,06Sven Kramer (NED)09.02.2008
2 x 500 Meter69,970Jeremy Wotherspoon (CAN)13. - 14.03.2003
Sprintvierkampf142,980Jeremy Wotherspoon (CAN)27. - 28.11.1999
Mini-Vierkampf155,033Hubert Hirschbichler 03.02.2008
Kleiner Vierkampf157,041Patrick Beckert 01. - 02.02.2008
Großer Vierkampf148,494Sven Kramer (NED)09. - 10.02.2008

Rekorde:

DisziplinZeit / PunkteNameDatumKomm
Team (Männer)3.46,44Mark Tuitert21.11.2004 
Team (Männer)3.46,44Carl Verheijen21.11.2004 
Team (Männer)3.46,44Erben Wennemars21.11.2004 
Team (Frauen)3.03,07Kristina Groves20.11.2004 
Team (Frauen)3.03,07Clara Hughes20.11.2004 
Team (Frauen)3.03,07Cindy Klassen20.11.2004 
1.500 Meter1.49,81Ids Postma29.11.1997 
DisziplinZeit / PunkteNameDatumKomm
Team (Männer)3.54,40Frank Hermans05. - 06.03.2010 
Team (Männer)3.54,40Maurice Vriend05. - 06.03.2010 
Team (Männer)3.54,40Lucas van Alphen06.03.2010 
DisziplinZeit / PunkteNameDatumKomm
Großer Vierkampf153,106Tobias Schneider29. - 30.12.2006 
3.000 Meter3.55,54René Taubenrauch27.02.1999 
1.000 Meter1.12,44Christian Breuer25.01.1998 
3.000 Meter3.56,91René Taubenrauch24.01.1998 
5.000 Meter6.41,50Alexander Baumgärtel30.11.1997 
Mini-Vierkampf167,397Karin Kania-Enke21. - 22.11.1987 

Wettkämpfe nach Saison:

Weiterführende Informationen

Von der Trainingsbahn zum Rekordtempel - Eisschnelllauf-Halle im Sportforum Berlin

Der Olympiasieg von Helga Haase über 500 Meter 1960 in Squaw Valley war der Ausgangspunkt für die heutige Eisschnelllauf-Halle im Sportforum Berlin. Zwei Jahre später existierte die erste 400-Meter-Eisschnelllauf-Freiluftbahn aus Kunsteis der ehemaligen DDR. Der heute noch so genannte Kampfrichterturm, in dem damals auch die Sprecherkabinen für Rundfunk und Fernsehen untergebracht waren, zeugt von dieser Zeit. Inzwischen ist allerhand in dem insgesamt 54 Hektar großen Sportforum in Hohenschönhausen verändert worden - auch an der Eisschnelllaufbahn. Als feststand, dass die Eisschnelllauf-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 1988 erstmals in einer Halle ausgetragen werden, wurde fiebrig - quasi in einem Wettlauf mit dem niederländischen Heerenveen - an der Überdachung der Freiluftbahn und deren Ausbau zu einer Halle gearbeitet, um den Athleten in der Olympiavorbereitung ähnliche Bedingungen zu schaffen. Nach der Bauphase 1985/86 mit ersten Testwettkämpfen unter der Überdachung (bei noch offenen Seiten) war es dann im Oktober 1987 so weit: Die erste (und bis zum Jahr 2001) einzige Eisschnelllauf-Halle Deutschlands wurde mit einem Weltcup-Rennen eingeweiht. Der Komplex mit einer Gesamteisfläche von 7.800 Quadratmetern beherbergt seit dem ein 400-m-Oval, eine 265,5-m-Bahn und im Innenraum ein Eishockeyfeld mit einer Fläche von 30 mal 60 Metern.

In der Halle gab es damals nur eine Grundheizung mit Lüftung. Heizwasser löste Dampf als Wärmeträger ab, doch da die Rohrleitungen nicht isoliert waren, zerstörten strenge Fröste die Anlage. "Seitdem kämpften wir um den Einbau einer modernen Heizungsanlage", sagt der Leiter des Sportforums, Steffen Dienewald. "Das es bei der gegebenen Finanzsituation für die Verwaltung des Sportforums nicht einfach war, die rund vier Millionen Mark an notwendigen Investitionen für die Eisschnelllauf-Halle zu bekommen, kann man sich sicherlich vorstellen. Doch Mitte 1997 wurde dann das Geld für den ersten Bauabschnitt vom Berliner Senat bereit gestellt." Zum Baubeginn im Oktober 1997 wurde die alte Heizungsanlage demontiert sowie eine neue Grundheizung mit Ergänzungsheizung auf Propangasbasis eingebaut. Ein weiterer Schwerpunkt war die Abdichtung der Fugen an Fenstern und Hallendach. Es sind auch neue Türen eingebaut worden und die Abdichtung der gesamten Halle wurde erneuert. Fertig rekonstruiert war die Hohenschönhausener Eisschnelllauf-Halle dann zu Beginn der Saison 1998/99, wobei die Propangasheizung durch eine Warmwasserheizung ersetzt und die bislang provisorische Lüftungs- und Entfeuchtungsanlage dann fest installiert wurde.

Die ersten Erfolge durch die Neugestaltung der Heizung haben sich bereits zum Weltcupauftakt Ende November 1997 gezeigt: Temperaturen von 12 Grad plus und eine Luftfeuchtigkeit von rund 60 % haben mit dazu beigetragen, dass es erstmals in Berlin einen Eisschnelllauf-Weltrekord gab und die Bahnrekorde nur so purzelten. "Kurz vor der Sprint-WM 1998 haben wir auch eine neue Osmose-Anlage zur Eisbereitung in Betrieb genommen, mit der das Wasser entsalzt und entkalkt wird. Dadurch erhöht sich die Gleitfähigkeit des Eises", sagte Steffen Dienewald. Mit diesen Maßnahmen würden die klimatischen Bedingungen in der Halle ähnliche Werte wie in den Hallen in Heerenveen, Hamar oder Calgary erreichen. "Das alles kommt natürlich nicht nur den Athleten sondern auch den Zuschauern und Freizeitläufern beim öffentlichen Laufen zugute. Die Fans müssen beim Beobachten des Wettkampfes nicht mehr vier bis fünf Stunden in der Halle frieren. Und wenn die Zuschauertribünen gut gefüllt sind, wird es natürlich noch etwas wärmer", so der Sportforum-Chef.

Den wenig geliebten Beinamen "größter Kühlschrank Europas” hat die Eisschnelllauf-Halle im Sportforum ablegen können. Temperaturen um den Gefrierpunkt und die Atemwege der Sportler angreifende hohe Luftfeuchtigkeit gehören der Vergangenheit an, wie sich Fans und Aktive schon bei den Weltcups vergangenen Jahre überzeugen konnten. "Der Weltrekord über 1.500 Meter war natürlich ein Höhepunkt in der Geschichte der Eisschnelllaufhalle. Übrigens passend genau zum Jubiläum, denn im Oktober 1997 jährte sich ihre offizielle Inbetriebnahme zum zehnten Mal. Wir sind immer bestrebt, mit optimalem Klima und ‘Sahne-Eis’ für beste Bedingungen zu sorgen für die Athleten, Kampf- und Schiedsrichter sowie natürlich für die hoffentlich vielen Fans, die zur Einzelstrecken-WM im März zu uns kommen", sagt Steffen Dienewald.

Inzwischen wird seit Sommer 2002 wieder in der Halle gebaut. Durch zusätzliche Mittel vom Senat und Eigenleistungen des Sportforums soll bis Ende Februar unter anderem eine Tribüne an der Zielgeraden gebaut werden. Zudem läuft seit dem Jahr 2001 (erster Bauabschnitt) die Modernisierung der Kälteerzeugungsanlage, die dadurch sicherer und leistungsfähiger wird. Also wird es, wenn der zweite Bauabschnitt beendet ist, noch bessere Bedingungen auf dem Oval geben, auf dem die neue Eiszeit am 23. September 2002 beginnen soll. Die Junioren-DM Ende Februar 2003 soll dann der Test für die Einzelstrecken-WM sein. Insgesamt rund 4.000 Zuschauer (darunter 1.800 auf Sitzplätzen) passen in die Eisschnelllauf-Halle des Berliner Sportforums hinein.