Moskau: Eisschnelllauf-Weltcup 3/9

Author: SSN 26 November 2006 No Commented
Under: News

â?¢ 5000-m-Dop­pelsieg für Pech­stein, An­schütz / Heythausen stark
â?¢ Friesinger-Siegesserie fort­ge­set­zt / Sch­nei­der 10-km-Zweit­er mit mit Reko­rd
â?¢ Ergeb­nisse und Weltcup­stände (ex­tern­er Link)

5000-m-Dop­pelsieg für Pech­stein, An­schütz / Heythausen stark

[NACH OBEN]

Mit einem Dop­pelsieg über 5000 m der Da­men und einem kaum er­warteten fünften Platz über 1500 m Her­ren be­gann der Moskauer Weltcup für die DESG-Mann­schaft au&be­ta;eror­dentlich er­fol­greich.

Die Ber­lin­er Team-Olympi­asiegerin Clau­dia Pech­stein holte sich in 7:04,96 Minuten ihren er­sten Einzel-Weltcup­sieg seit 21 Mo­nat­en und ver­wies ihre Goldge­fährtin von Turin, Daniela An­schütz-Tho­mas (Er­furt/7:05,36), nur knapp auf Platz zwei. An­schütz eben­falls er­st­mals seit 21 Mo­nat­en in einem Einzel­ren­nen wied­er auf dem Weltcup-Trep­pchen. Dritte wurde Marti­na Sáblß­ková (Tschechien/7:06,01). Mit neuer Bestzeit von 7:12,59 min überzeugte die erst 18jährige Stephanie Beck­ert (Fo­to rechts) als Sech­ste, Lu­cille Opitz wurde Zwölfte.

Bei den Män­n­ern sorgte Stephan Heythausen für das beste deutsche Weltcup-Ergeb­nis der Män­n­er seit fast ge­nau drei Jahren, als Frank Dit­trich in Er­furt Fünfter über 10’000 m ge­wor­den war. In 1:48,00 min wurde der Gre­frather Fünfter, es ge­wann der im Weltcup führende Er­ben Wen­ne­mars (Nied­er­lande/1:46,85) vor Olympi­asieger En­ri­co Fab­ris (Italien/1:47,30) und Lokal­ma­ta­dor Iwan Sko­brew (Russ­land/1:47,69). Weltcup­pu­unkte sam­mel­ten auch die Ber­lin­er To­bias Sch­nei­der (1:49,37) und Sa­muel Sch­warz (1:49,53) als 13. und 15.

Clau­dia Pech­stein (Fo­to links) war nach dem Er­folg er­schöpft aber glück­lich: “An­gesichts des Feldes hatte ich schon das heim­liche Ziel, aufs Trep­pchen zu laufen, aber ein Sieg war kei­nes­falls er­wartet, zu­mal ich die Erkäl­tung im­mer noch nicht ganz raus habe, man hört es ja auch”, so die 34jährige Ber­linerin, “aber ger­ade de­shalb bin ich ganz lock­er und ge­lassen range­gan­gen, ohne Druck, aber mit Ehrgeiz. Ich musste ja vor­le­gen, es lief ein­fach gut, ich habe gleich mei­nen Rhyth­mus op­ti­mal ge­fun­den, und die Zeit kon­nte eben kein­er mehr knack­en.”

In der 5000-m-B-Gruppe sorgte Siegerin Gre­ta Smit (Nied­er­lande) in 7:01,25 für eine über­raschend starke Zeit (sch­neller als die A-Gruppe). Auch Ka­trin Mattscherodt (Ber­lin) präsen­tierte sich als Zweite mit per­sön­lich­er Bestzeit (7:13,52) sehr stark. Damit be­hauptete sie sich als fünfte Deutsche in den Top-20 des Langstreck­en-Weltcups. An der Spitze zog Daniela An­schütz-Thoms nach Punk­ten mit der führen­den (in Moskau feh­len­den) Re­nate Groe­ne­wold (Nied­er­lande) gleich.

“Ich wusste, dass ich in die Top-Ten laufen kann, aber dass es der Fünfte wird, war natür­lich nicht ge­plant, ist aber um so schön­er”, sagte Heythausen (Fo­to rechts) nach dem Ren­nen, “in Heeren­veen und Ber­lin bin ich ein bisschen das Opfer mein­er ei­ge­nen Ner­vosität ge­wor­den und kon­nte nicht das zei­gen, was ich drauf habe, aber hi­er in Moskau war ich ganz lock­er, Es ist eben manch­mal ein­fach eine Kopf­sache. Ich habe jet­zt Wet­ten und alle Nor­weger hin­ter mir, und bis auf Wen­ne­mars sind auch die vor mir Platzierten nicht sooo weit weg, un­ter ein­er Sekunde, das ist schon toll. Bart Schouten hat ei­gentlich im­mer ge­sagt, dass wir dort rein­laufen kön­nen, und jet­zt habe ich es ein­fach mal wahrge­macht.”

Stand in den Ge­samt-Weltcups:
1500 m Her­ren:
1. Wen­ne­mars, 2. Fab­ris, 3. Shani Davis (USA), 13. Sch­nei­der, 18. Heythausen, 21. Sch­warz, 37. Friesinger, 46. Dall­mann.
3000/5000 m Da­men: 1. Groe­ne­wold, 2. An­schütz-Thoms, 3. Sáblß­ková, 4. Pech­stein, 11. Beck­ert, 16. Opitz, 17. Mattscherodt.


Friesinger-Siegesserie fort­ge­set­zt / Sch­nei­der 10-km-Zweit­er mit mit Reko­rd

[NACH OBEN]

Die deutschen Kufen-Asse blieben in Moskau-Kry­lat­sko­je auch am Son­n­tag in der Er­fol­gsspur. Für eine Rie­sen-ßber­raschung sorgte über 10’000 Me­ter der Ber­lin­er To­bias Sch­nei­der (Bild links) mit dem neuen Deutschen Reko­rd von 13:16,36 Minuten (bish­er 3:19,09 min von Frank Dit­trich 2001 in Kearns), was hin­ter dem zwei­ma­li­gen Olympi­asieger En­ri­co Fab­ris (Italien/13:14,94) Platz zwei be­deutete. Dies ist das beste deutsche Weltcup-Ergeb­nis der Män­n­er seit fünf Jahren (Dit­trich-Sieg 2001 in Den Haag über 10’000 m). In der B-Gruppe lie­fen Mar­co We­ber (Chem­nitz/13:36,65) als Vier­er und und Robert Leh­mann (Er­furt/13:41,96) als Achter eben­falls noch zweis­tel­lige Punkte. Jens Bo­den (Dres­den) hatte we­gen eines fie­bri­gen In­fekts auf eine Teil­nahme an den 10’000 Me­tern verzichtet.

Die Inzel­lerin An­ni Friesinger blieb in 1:56,40 deut­lich un­ter dem Bah­n­reko­rd und dis­tanzierte die Konkur­renz deut­lich: Chris­tine Nes­bitte (Ka­na­da) lag 1,64 Sekun­den zurück, Daniela An­schütz-Thoms 3,37. Für An­schütz war es aber eine deut­liche Steigerung ge­genüber Ber­lin und der zweite Me­dail­len­platz in Folge. Friesinger feierte ihren sech­sten Weltcup­sieg hin­tere­i­nan­der und ver­buchte beim 15. Sai­son­ren­nen den 15. Sieg (6x Vor­bere­i­tungs­ren­nen, 3x DM, 6x Weltcup). Clau­dia Pech­stein wurde in 2:00,94 Sech­ste, Ka­trin Mattscherodt (2:04,72) lan­dete auf Platz 19. Lu­cille Opitz hatte kurzfristig zurück­ge­zo­gen.

Helge Jasch, Team­leit­er:
Ein unglaublich tolles Ren­nen von An­ni Friesinger mit ein­er für die sch­were Bahn sehr guten Zeit. Wenn man die Ab­stände zu den an­deren sie­ht, läuft An­ni derzeit in ein­er ei­ge­nen Li­ga. Auch Daniela und Clau­dia haben sich sehr stark präsen­tiert. Und To­bias Sch­nei­der set­zt mit einem kaum für möglich ge­hal­te­nen deutschen Reko­rd und Platz zwei noch eins drauf. Wie er Olympi­asieger Bob de Jong auf den let­zten Run­den davon­ge­laufen ist, war ein­fach beein­druck­end. Ein für die deutsche Mann­schaft sehr er­fol­greich­er Weltcup!

To­bias Sch­nei­der:
Heute lief alles wie gesch­miert. Bob hat gut ange­fan­gen, und ich hab mich an ihm ori­en­tiert, weil ich mir dachte, der macht bes­timmt nichts falsch über 10 km. Nach der guten Hälfte lie&be­ta; er aber et­was nach, da hab ich ein­fach mein ei­genes Ren­nen ge­macht. Dass die­s­es Ergeb­nis her­auskommt, hätte ich aber nicht zu träu­men gewagt. An­der­er­seits ist es gut, dass jet­zt Ergeb­nisse kom­men, die zei­gen, dass unsere gro&be­ta;en Worte nicht nur hei&be­ta;e Luft waren. Ste­fans Ergeb­nis von gestern hat mich nur noch mo­tiviert. Jet­zt wird es aber auch Zeit für eine Wet­tkampf­pause, vi­er Woch­e­nen­den volle Be­las­tung, das sch­laucht schon ganz schön, jet­zt er­st­mal durchat­men und Kurs auf den zweit­en Sai­son­teil neh­men. Das tun wir ab Don­n­er­s­tag in Kloben­stein.

An­ni Friesinger:(Fo­to rechts)
Wow, das war für mich ein su­per er­ster Sai­son­ab­sch­nitt, hi­er noch eine Sekunde un­ter Bah­n­reko­rd, das war nicht unbe­d­ingt zu er­warten. Moskau ist ein gutes Pflaster, ich laufe gern hi­er. Jet­zt freue ich mich aber er­st­mal auf ein paar eis­freie Wochen. Ich fliege zum Rad­fahren nach Lan­zarote.

Daniela An­schütz:
Es war sehr hart, aber ich bin auch sehr froh, dass ich die Se­rie der vierten Plätze endlich durch­brechen kon­nte. Das Eis war sehr sch­w­er, nicht so gleit­fähig, und nach dem er­sten Weltcup­block bin ich auch ziem­lich wet­tkampfmüde, hin­ten raus ging es dich sehr, sehr sch­w­er. Das ist auch eine sehr schöne Halle, schade, dass die Zuschauer­plätze so leer weren. Jet­zt fol­gt erst ein­mal eine Train­ingsphase für ei­nen neuen For­mauf­bau. In Er­furt trainiere ich jet­zt zusam­men mit kasachischen Män­n­ern ” eine Part­n­er­schaft, die sicher­lich bei­den Seit­en nützt.

Markus Eich­er, Da­men-Bun­de­s­train­er:
Eine tolles Ergeb­nis unser­er Da­men. Natür­lich habe ich ge­hofft, dass unsere Langstreck­lerin­nen die Ab­we­sen­heit von Groe­ne­wald und Wüst nutzen, um ganz vorn reinzu­laufen, aber 1 und 2 durch Clau­dia und Daniela ist natür­lich ein Traumergeb­nis. Beide hät­ten den Sieg ver­di­ent ge­habt. Clau­dia war knapp vorn, auf den langstreck­en ist sie schon fast so stark wie ge­woh­nt,. auf den Mit­tel­streck­en wird sie bes­timmt im Sai­son­ver­lauf auch noch stärk­er. Dafür hat Schützi am Son­n­tag noch eins draufge­set­zt mit ihrem bish­er besten Weltcup-Ergeb­nis über 1500 m seit zwei Jahren. Und An­ni Friesinger hat hi­er den aus mein­er Sicht gelun­gen­esten Lauf im diesjähri­gen Weltcup gezeigt, sehr sch­nell be­gon­nen und dann sehr sta­bil durchge­laufen. Ein Ex­tra-Lob hat die junge Stephanie Beck­ert ver­di­ent, die hi­er auf Platz sechs ge­laufen ist, nur drei Zeh­n­tel an Platz vi­er vor­bei. Und Ka­trin Mattscherodt hat ihre Bestzeit kolos­sal verbessert.

Stand in den Ge­samt-Weltcups:
1500 m Da­men:
1. Friesinger, 2. Nes­bitt, 3. Ireen Wüst (Nied­er­lande), 4. An­schütz-Thoms, 11. Pech­stein, 33. Opitz, 39. Mattscherodt.
5000/10’000 m Her­ren: 1. Fab­ris, 2. Sven Kramer, 3. Carl Ver­hei­jen (beide Nied­er­lande), 6. Sch­nei­der, 17. We­ber, 26. Leh­mann, 35. Bo­den.

Fo­tos: Lars Ha­gen – Alle Rechte beim Bil­dau­tor (Kon­takt)

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