Abschied mit einer Niederlage

Author: SSN 3 April 2011 one Commented
Under: Speedskating

Tobias Schneider, Jörg Dallmann
To­bias Sch­nei­der, Jörg Dall­mann
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Auch im vierten An­lauf war es den Eissch­nel­l­läufern nicht möglich dass Ber­lin­er Frauen­team OSC beim Eishock­eyver­gleich in Ho­hen­schön­hausen in Ver­le­gen­heit zu brin­gen. Bei den sch­nellen kurzen Rich­tungswech­seln, sowie im spie­lerischen Ver­gleich waren die Frauen des Deutschen Meis­ters den Sch­nel­l­läufern deut­lich über­le­gen, die kon­n­ten haupt­säch­lich mit ihrem Kampfgeist überzeu­gen. Am Ende im­mer­hin acht Tore für die Eissch­nel­l­läufer, allerd­ings deren zwölf für den Deutschen Meis­ter. In die­sem Jahr stand das Spiel un­ter einem ganz be­son­deren Stern, denn zwei der Pro­ta­g­on­is­ten hat­ten im Vor­feld ihren Rück­tritt erk­lärt. Für To­bias Sch­nei­der und Jörg Dall­mann waren die Welt­meis­ter­schaft in Inzell der let­zte sportliche Höhep­unkt. Zum Ab­schied­spiel in Ber­lin-Ho­hen­schön­hausen waren dann auch viele Mit­streit­er der ver­gan­ge­nen Jahre als Spiel­er oder Zuschauer gekom­men. Robert Leh­mann, Den­ny Ih­le, Sa­muel Sch­warz, Mar­co We­ber, Ni­co Dorsch, Bob de Jong, An­dre Un­ter­dör­fel und vielen weitere Ak­tive oder Ehe­ma­lige stan­den ge­mein­sam mit To­bias und Jörg auf dem Eis, als Zuschauer waren un­ter an­derem Monique Anger­müller, Is­a­bell Ost, Jen­nifer Bay, Bente Kraus, Ste­fan Heythausen, die Train­er Klaus Ebert, Klaus Knauer, Uwe Sauerteig, Uwe Hüt­ten­rauch sowie viele weitere Teil­neh­mer des Train­ersem­i­nars in­k­lu­sive des Leit­ers Gerd Bonke vor Ort.

Mit ein­er ge­mein­sa­men Fei­er im An­sch­luss an das Spiel war dann die Kar­riere von Jörg Dall­mann und To­bias Sch­nei­der been­det und ein Stück deutsche Eissch­nel­l­laufgeschichte vor­bei. Auch für www.speed­skat­ingnews.in­fo ein ganz be­son­der­er Mo­ment, denn beide waren die let­zten ver­bliebe­nen aus einem Her­ren­team das www.speed­skat­ingnews.in­fo bei sein­er Grün­dung An­gang des Jahr­tausends vor­fand. Zu ein­er Zeit als die Strate­gie des Ver­ban­des gän­zlich auf die sehr er­fol­greichen Da­men aus­gerichtet war und die Her­ren sich nicht ganz zu un­recht als bloße Train­ings­part­n­er fühl­ten. Trotz­dem ge­lan­gen die­sem Team einige Er­folge, allen vo­ran die Bronzeme­daille des Jens Bo­den 2002 in Salt Lake Ci­ty.

To­bias Sch­nei­der ab­solvierte 1994 sei­nen er­sten in­ter­na­tio­nalen Start für Deutsch­land, als er im Rah­men des Vik­ing-Races in der AK 12 in Heeren­veen startete. Der zwei Jahre äl­tere Jörg Dall­mann gab sein De­büt 1995 eben­falls bei den Vik­ing Races in der AK 15. Dort belegte der Er­furter den vierten Rang, eine Platzierung die er später nur noch sel­ten bei in­ter­na­tio­nalen Wet­tkämpfen er­reichen sollte. Die Ju­nioren-Welt­meis­ter­schaften 1999 in Gei­thus wur­den ein er­ster Höhep­unkt für “Hu­go" wie Jörg Dall­mann von allen gerufen wurde, Platz fünf im Vierkampf (Sieger Mark Tuitert) waren ein guter Abge­sang bei den Ju­nioren. Bere­its im Jahr 2000 gab es das Weltcupde­büt für Jörg Dall­mann, Platz 26 über 1500 Me­ter in Ber­lin. Trotz des großen Kampfgeistes des Er­furters sollte es auf ein­er Einzel­strecke nie zu ein­er Top­platzierung reichen, elfte und zwölfte Ränge waren die beste Aus­beute. Bess­er lief es mit dem Team, in der Sai­son 2008/2009 wurde beim Heim­ren­nen nur knapp der Sieg ver­passt.

To­bias Sch­nei­der gab ei­nen weniger glück­lichen Aus­s­tand bei den Ju­nioren, er wurde 2001 in Gronin­gen dis­qual­i­fiziert und been­dete die WM un­platziert. Ende 2003 gab der Ber­lin­er sein Weltcupde­büt in Heeren­veen und belegte im­mer­hin Rang vi­er in der B-Gruppe über 5000 Me­ter. Bis zum Sieg von Sa­muel Sch­warz in die­sem Win­ter in Obi­hi­ro war der zweite Rang, den To­bias Sch­nei­der beim Weltcup 2006 in Moskau er­rang, des beste deutsche Ergeb­nis der let­zten 10 Jahre. Hinzu kommt noch ein drit­ter Rang mit dem Team beim Weltcup 2007 in Cal­gary.

Ge­mein­sam stan­den die Bei­den im Olympi­akad­er 2006 in Turin. Da­mals galt die volle Fokussierung dem Team­lauf, den Deutsch­land auf Rang 7 been­dete. Über 1500 Me­ter reichte es dann aber nur zu den Plätzen 31 (To­bias) und 37 (Jörg).

Bei Welt­meis­ter­schaften ge­hörten beide schon fast zum In­ven­tar, acht Teil­nah­men bei Jörg Dall­mann, deren zehn bei To­bias Sch­nei­der. Die Bronzeme­daille im Team 2008 in Nagano war ohne Frage der größte Er­folg für Jörg Dall­mann, To­bias Sch­nei­der ge­hörte aus­gerech­net in dem Jahr nicht zum Team, ver­fehlte in der abge­laufe­nen Sai­son als Viert­er sowie 2007 als Fünfter zwei­mal nur knapp mit dem Team das Podi­um. Bei der Mehrkampf-Eu­ro­pameis­ter­schaft war To­bias Sch­nei­der zwischen 2007 und 2009 gleich drei Mal in den Top-Acht Rän­gen, für das Podi­um hatte es nie ganz gereicht.

Bei Na­tio­nalen Titelkämpfen war der Ber­lin­er sechs­mal Sieger, zu­dem er­rang er vi­er Ti­tel bei den Ju­nioren. Jörg Dall­mann stand 12 mal auf dem Podi­um bei Deutschen Meis­ter­schaften (2 x Gold) und er­rang sechs Me­daillen (1x Gold) bei Ju­nioren­meis­ter­schaften.

Der Ber­lin­er To­bias Sch­nei­der erzielte in sein­er Kar­riere ins­ge­samt fünf Deutsche Reko­rde, seine Best­marken über 3000 Me­ter und im Großen Vierkampf sind bis heute von keinem Deutschen übertrof­fen wor­den. Zwei Reko­rde ge­hen auf das Kon­to von Jörg Dall­mann, seine Leis­tung im Minivierkampf ste­ht noch im­mer als Reko­rd­marke.

Auch ab­seits des Eis­es waren beide sehr en­gagiert und be­liebt, was nicht zulet­zt die glänzende Beteili­gung beim Ab­schied zeigte.

Beide fall­en nach der sportlichen Kar­riere kei­nes­falls in ein tie­fes Loch. Das Jörg Dall­mann krea­tiv in der We­bges­tal­tung ist, kon­nte der geneigte Be­such­er in den let­zten Jahren an sein­er Home­page erken­nen. So kommt es auch wenig über­raschend, dass der Er­furter bere­its am Fre­i­tag ein Studi­um als Kom­mu­nika­tions­de­sign­er aufgenom­men hat.

To­bias Sch­nei­der hatte bere­its während sein­er sportlichen Kar­riere an der FH Ans­bach den Stu­di­en­gang BA In­ter­na­tio­n­al Ma­n­age­ment belegt und wird das Studi­um nun in­ten­sivieren.

www.speed­skat­ingnews.in­fo wün­scht bei­den viel Er­folg in ihrem weit­eren Leben.

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One Response to “Abschied mit einer Niederlage”

  1. Lampen says:

    Starke Seite. BitteWeiter so.

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