JWM 2011: Europas Junioren zurück in der Weltspitze

Author: Gastautor 27 February 2011 No Commented
Under: Short Track

Martina Valcepina
Marti­na Val­cepi­na
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Die Ju­nioren-Welt­meis­ter­schaften im Short­track in Italien gin­gen mit eini­gen be­merken­sw­erten Ergeb­nis­sen zu Ende. Hi­er eine Zusam­men­fas­sung von Maos Heat­box.

Der eu­ropäische Short­track ist nicht nur bei den »Großen«, son­dern auch bei den Ju­nioren zurück an der Welt­spitze. Ju­nioren-Welt­meis­ter der Staf­feln: Italien und Frankreich. Die Mehrkampf-WM-Ti­tel gin­gen aber nach Süd­ko­rea: Cheon Hee-Jung ge­wann bei den Ju­niorin­nen vor Ahn Se-Jung (beide Süd­ko­rea) und Marti­na Val­cepi­na (Italien). Bei den Jungs siegte Seo Yi-Ra vor Jack Whel­bourne (Großbri­tan­nien) und Wu Da­jing (Chi­na). Beste Deutsche waren in Cour­mayeur Moni­ka Heller (Graf­ing) als 28. sowie Chris­toph Schu­bert (Dres­den) auf Platz 30. Für ei­nen Quoten­platz für die Olympischen Ju­gend­spiele 2012 in Inns­bruck langte das nicht.

Entschei­dung der Ju­niorin­nen

Über 1000 Me­ter schie­den die drei deutschen Ju­niorin­nen in Runde eins aus. Am teuer­sten verkaufte sich Nathalie Presch­er (Ro­s­tock), die nach einem be­herzten Ren­nen als Dritte ausschied und auf der Dis­tanz 34. wurde. Maria Schulze (Dres­den) kam auf Platz 36, Moni­ka Heller wurde 42. Die Streck­e­nentschei­dung ging an Ahn Se-Jung vor Noh Do-Hee (beide Süd­ko­rea) und Xiao Han (Chi­na).

Im 1500-m-Su­per­fi­nale musste sich Val­cepi­na in einem von Tak­tik geprägten Ren­nen am Ende dem süd­ko­re­anischen Trio beu­gen: Cheon vor Noh, Ahn und Val­cepi­na. Für Cheon war die bei Punkt­gleich­heit dank die­s­es Siegs der WM-Ti­tel. End­platzierun­gen der Deutschen: 29. Moni­ka Heller, 39. Maria Schulze, 39. Nathalie Presch­er (56 Teil­neh­mer; Na­tio­nen­platz für Deutsch­land: 15).

Entschei­dung der Ju­nioren

Jack Whelbourne, Ian Upcott
Jack Whel­bourne, Ian Up­cott
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Der Brite Jack Whel­bourne entschied die 1000 Me­ter vor Seo Yi-Ra (Süd­ko­rea) und Shi Jing­nan (Chi­na) für sich. Im Achtel­fi­nale hatte Seo in 1.25,450 Minuten den Ju­nioren-Wel­treko­rd von J. R. Cel­s­ki nur um eine Zeh­n­telsekunde ver­fehlt. Von den drei deutschen Startern war Chris­toph Schu­bert nach starkem Vor­lauf (1:29,671 PB und DR für B-Ju­nioren) eine Runde weit­ergekom­men. Im Streck­en­k­lasse­ment lan­dete er auf Platz 28. Fe­lix Spiegl und Jo­nas Kauf­mann-Lud­wig (beide München) fan­den sich auf den Plätzen 42 und 57 wied­er.

Der vor dem 1500-m-Su­per­fi­nale mit Whel­bourne punkt­gleiche Seo trat dort die Flucht nach vor an und lief mit ein­er Dreiviertel­runde Vor­sprung in starken 2.13,990 Minuten zum WM-Ti­tel. Die Plätze im Su­per­fi­nale belegten Whel­bourne und Shi. End­platzierun­gen der Deutschen: 30. Chris­toph Schu­bert, 45. Fe­lix Spiegel, 62. Jo­nas Kauf­mann-Lud­wig (78 Teil­neh­mer; Na­tio­nen­platz für Deutsch­land: 17).

Staf­fel­wett­be­werbe

Seit vi­er Jahren wird ja bei den Ju­nioren bei­der Gesch­lechter zu viert über 3000 Me­ter ge­laufen (vorher: 2000 Me­ter zu dritt). Dies ge­lang 2011 den jun­gen Da­men von Gast­ge­ber Italien sowie et­was über­raschend den jun­gen Her­ren aus dem Nach­bar­land Frankreich am besten (Cour­mayeur liegt di­rekt an der franzö­sischen Grenze). Die Italienerin­nen ver­wie­sen Ka­na­da und Chi­na auf die nach­fol­gen­den Plätze (Süd­ko­rea dis­qual­i­fiziert), die Me­daillen hin­ter den Fran­zosen hol­ten Ja­pan und Ka­na­da.

Deutsch­es Faz­it

So er­freulich die gute Bi­lanz der Eu­ropäer in Cour­may­er war, so muss man lei­der nüchtern ergänzen: Deutsche Short­track­er waren an dies­er En­twick­lung nicht beteiligt. Ein­er­seits sind die deutschen JWM-Jahrgänge derzeit nicht mit der in­ter­na­tio­nalen Spitze konkur­ren­zfähig.

Zwei mögliche Aus­nah­men kon­n­ten nicht mit­laufen: Die beste deutsche A-Ju­niorin Josephine Mesch­nik (Dres­den), die bis 2009 in­ter­na­tio­n­al für Italien an den Start ge­gan­gen war, ist auf­grund der Warte­frist erst 2012 bei ISU-Meis­ter­schaften für die DESG start­berechtigt. Der beste deutsche A-Ju­nior Peter An­derl (Mann­heim) musste we­gen ein­er Ver­let­zung zuse­hen. Chris­toph Schu­bert (noch B-Ju­nior!) und Moni­ka Heller haben sich sehr acht­bar gesch­la­gen, für ei­nen Quoten­platz zu den Olympischen Ju­gend­spielen reichte es aber nicht. Damit ge­hört Deutsch­land lei­der nicht zu den je 13 Län­dern (Jun­gen/Mädchen), die 2012 in Inns­bruck zwei oder ei­nen Short­track­er an den Start brin­gen dür­fen.

»Wir wis­sen, wo wir ste­hen, und haben das hi­er noch ein­mal bestätigt bekom­men. Natür­lich sind das keine Ergeb­nisse, mit de­nen wir zufrie­den sein kön­nen«, meinte Dia­na Scheibe, Co-Bun­de­s­trainerin der Ju­nioren, »aber wir hat­ten hi­er teil­weise sehr junge Sportler am Start, die noch En­twick­lungspo­ten­tial für die Zukunft haben. Ei­gentlich gab es bei allen sechs pos­i­tive Auftritte, auf de­nen man auf­bauen kann in Zukunft.«

Pos­i­tiv her­vorheben wollte Dia­na Scheibe zunächst Moni­ka Heller und Chris­toph Schu­bert. »Moni hatte mehr­fach sch­were Anset­zun­gen und hat das Beste draus ge­macht. Sie hat ihr Po­ten­tial aus­geschöpft«, sagte sie, »und Chris­toph ist noch B-Ju­nior und kann noch bis zu drei­mal bei JWM an­treten. Ich bin op­ti­mis­tisch, dass er sich tak­tisch und im Laufver­mö­gen noch sehr gut weit­er­en­twick­elt.« Scheibe lobte aber auch Nathalie Presch­er, die durch ei­nen Penal­ty auf der er­sten Strecke in der Ge­samtw­er­tung nach hin­ten rutsche, aber couragierte Auftritte zeigte. Auch Fe­lix Spiegel, der noch C-Ju­nior ist, habe sich für sein Al­ter stark präsen­tiert.  »Er hat die Zukunft für sich!«

ISU-Ergeb­nis­di­enst | JWM-Home­page

Mit fre­undlich­er Geneh­mi­gung von Maos Heat­box.

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