Stephanie Beckert bleibt unter der 7-Minuten-Marke

Author: SSN 27 November 2010 No Commented
Under: Speedskating

Stephanie Beckert
Stephanie Beck­ert
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Es war ein ein­drucksvoller Lauf, den die Thürin­gerin Stephanie Beck­ert beim 3.Weltcup im nor­wegischen Ha­mar ab­solvierte. Die Tschechin Marti­na Sáblíková hatte im vierten Paar vorgelegt und in 7.03,95 min eine gute Zeit er­reicht. Allerd­ings wurde die Olympi­asiegerin nach ge­woh­nt sch­nellen An­gang ab der 3000 Me­ter Marke et­was langsamer. Stephanie Beck­ert be­gann ge­woh­nt langsam, war Let­zte nach der er­sten Zwischenzeit, holte aber kont­inuier­lich auf. An der 3000 Me­ter Marke lag die Olympi­azweite nur noch 0,05 Sekun­den hin­ter der Tschechin und zog dann ein­drucksvoll davon. Ganze 0,9 Sekun­den la­gen am Ende zwischen Stepha­nies sch­nell­ster und langsam­ster Runde und mit der su­per­sch­nellen Sch­lußrunde (32,7) blieben die Uhren bei 6.59,18 sec ste­hen, fast fünf Sekun­den sch­neller als Sáblíková.

Stephanie Beck­ert war im an­sch­ließen­den In­ter­view sehr zufrie­den: “Ich war von An­fang an lock­er, habe gut in den Ry­th­mus ge­fun­den. Das Ren­nen wird nicht von vorn entschie­den, son­dern in den let­zten Run­den. Es war mein er­ster großer Sieg auf dies­er Strecke, beim näch­sten Ren­nen kann es aber sch­nell wied­er an­ders ausse­hen, die Ab­stände sind nicht groß. …Ich bin über diese Zeit sehr glück­lich, un­ter Sieben Minuten ist Wahnsinn…. In den let­zten Run­den habe ich im­mer nur ge­dacht, pass auf deine Tech­nik auf. In der Sch­luss­runde bin ich dann das Max­i­male ge­laufen."

Die Über­raschung des Ren­nens war die Ja­panerin Eriko Ishi­no, die im di­rek­ten Ver­gleich ge­gen die Tschechin gut dage­gen hielt und in 7.06,70 den drit­ten Platz belegte. Stark auch wied­er die frühere In­linerin Jil­leane Rookard aus den USA. Die Über­raschungssiegerin der Vor­woche sicherte sich in 7.08,25 min Platz vi­er. Und auch nur diese vi­er Läuferin­nen der A-Gruppe waren sch­neller als die besten Läuferin­nen der B-Gruppe. Dabei meldete sich die Team-Olympi­asiegerin Ka­trin Mattscherodt ein­drucksvoll zurück und kam in 7.11,58 min auf Platz 2 der B-Gruppe. Das war im ge­samten Teil­neh­mer­feld die zu­gleich sech­stbeste Zeit.

Und auch die bei­den jun­gen deutschen Läuferin­nen kon­n­ten überzeu­gen. Jen­nifer Bay verbesserte ihre Bestzeit von den Deutschen Meis­ter­schaften noch­mals um knapp zwei Sekun­den auf 7.21,93 min. Dabei war das Ren­nen für die Dresd­nerin so­gar noch zu kurz, denn mit zwei starken Sch­luss­run­den kam sie der Polin Luiza Złotkows­ka noch ganz na­he, am Ende fehl­ten 0,09 Sekun­den zur er­sten Top-Ten Platzierung.

Bente Kraus lief in der B-Gruppe und machte ihre Sache eben­falls gut, am Ende blieben die Uhren bei 7.23,86 min ste­hen, auch das ist eine neue per­sön­liche Bestzeit.

Im Ge­samtweltcup führt Stephanie Beck­ert mit 270 Punk­ten vor Rookard (200) und Sáblíková (160). Jen­nifer Bay liegt mit 56 Punk­ten über­raschend auf Rang 14.

Für die Da­men ste­hen am zweit­en Wet­tkampf­tag die 1500 Me­ter und der Team­lauf an.

Jörg “Hu­go" Dall­mann war vor der Sai­son von der sportlichen Führung bere­its aus­sortiert wor­den, nur ein Form­feh­ler hielt ihn im Team. Über 1000 Me­ter hat der Er­furter in die­sem Jahr bere­its gute Leis­tun­gen gezeigt und wollte de­shalb auch zum Sprint-Weltcup nach Asien reisen. Doch da­raus wurde nicht, der 31jährige ist über 1500 Me­ter mo­men­tan der beste Deutsche und sollte nun auch in Ha­mar Punkte sam­meln. Am Ende dies­er Entschei­dung ste­hen 0 Punkte über 1500 Me­ter und we­gen der Nicht­teil­nahme in Asien auch 0 Punkte über 1000 Me­ter, ein un­zufrie­den­er Bun­de­s­train­er und ein frus­tri­ert­er Sportler.

Nach einem Ein­bruch in der Sch­luss­runde blieb Jörg Dall­mann mehr als zwei Sekun­den über der Ber­lin-Zeit und kam in 1.51,13 min auf Rang 11. Noch sch­lechter lief es für Robert Leh­mann, der über die nach­fol­gende Wet­tkampf­pause sicher­lich froh sein wird. Platz 14 in 1.51,58 min in der B-Gruppe ent­spricht nicht sei­nen Vorstel­lun­gen.

Die besten Läufer sind im Mo­ment rund sechs Sekun­den sch­neller, das sind Wel­ten im Eissch­nel­l­laufen. Nach Sie­gen von Shani Davis in Heeren­veen und Hå­vard Bøkko in Ber­lin, ge­wann in Ha­mar über­raschend Trevor Mar­si­cano aus den USA. In 1.45,54 min war der 21jährige 1000 Me­ter Welt­meis­ter fast eine halbe Sekunde sch­neller als Si­mon Kuipers und Shani Davis.

Im Ge­samtweltcup führt über die 1500 Me­ter Shani Davis (210 Punkte) knapp vor Kuipers (205) und Mar­si­cano (201). Jörg Dall­mann ist als bester Deutsch­er im Mo­ment auf Rang 30.

Im ab­sch­ließen­den Team­lauf der Her­ren macht­en es die Deutschen span­nend. Lei­der nur im Vor­feld, denn drei Stun­den vor dem Start wußten die Ath­leten im­mer noch nicht wer läuft. Am Ende ste­ht ein un­be­friedi­gen­der elfter Rang, nach­dem der kurzfristig no­minierte To­bias Sch­nei­der der Tem­posteigerung von Mar­co We­ber und Pa­trick Beck­ert nicht fol­gen kon­nte. Damit war der Deutsche nicht allein, auch bei den Ja­pan­ern und Nied­er­län­dern gab es Probleme. Die US-Amerikan­er mit Davis, Kuck und Mar­si­cano siegten in 3.43,58 min vor den Ka­nadiern und Nor­we­gen. Die Nied­er­län­der ka­men hin­ter Russ­land lediglich auf Platz fünf ein.

In der Ge­samtw­er­tung lie­gen die US-Amerikan­er nach zwei Sie­gen mit 200 Punk­ten in Führung vor Nor­we­gen (150) und Ka­na­da (130). Deutsch­land ist mit 69 Punk­ten auf den ne­un­ten Platz zurück ge­fall­en, allerd­ings als Gast­ge­ber au­to­ma­tisch für die WM in Inzell qual­i­fiziert.

Für die Her­ren ste­hen mor­gen die 10000 Me­ter auf dem Pro­gramm, ehe die er­ste Wet­tkampf­pe­ri­ode für die All­roun­der en­det.

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