Heike Sinaki: Alte Heimat ist jetzt Urlaubsziel

Author: Gastautor 11 July 2003 No Commented
Under: History

Von Mat­thias Opatz

Nor­maler­weise fliegt sie im Ur­laub nach Hawaii. Sind ja – von Kal­i­fornien aus – nur vi­er Flugs­tun­den. Um ihre al­ten Wegge­fährten und Fre­unde und die Ver­wandtschaft zu be­suchen, reiste sie jet­zt um die halbe Welt: Heike Si­na­ki, bekan­nt als Heike War­nicke. In Wei­mar aufgewach­sen und zum Eis- und Roll­s­port gekom­men, nahm sie für die Far­ben des ESC Er­furt drei­mal an Olympischen Spielen teil und ge­wann 1992 in Al­bertville zwei­mal Sil­ber.

“Drei Wochen in Thürin­gen sind ei­gentlich nicht wenig, aber ich kam kaum zur Ruhe, die Tr­ef­fen und Be­suche nah­men kein Ende”, sagt “Schal­li”, wie Heike (nach ihrem Mädchen­na­men Schalling) hi­er im­mer noch ge­nan­nt wird. Und natür­lich hat sie auch erst ein­mal zünftig ges­taunt: über die neue Eissch­nel­l­laufhalle an jen­em Ort, an dem sie zwanzig Jahre lang Wind und Re­gen um die Ohren hatte. Nicht im­mer, aber oft genug.

Kal­i­fornierin ge­wor­den ist sie 1999. Bei einem Sprach­prak­tikum nach den Olympischen Spielen 1998 hat’s ge­funkt, ein Jahr fuhr sie noch ein­mal (nicht mehr nur) zum En­glisch-Ler­nen und wu&be­ta;te dann, es ist ernst. In­zwischen hat sie mit Ge­orge, einem Com­put­er­spezial­is­ten, eine beza­u­bernde kleine Tochter Kia­na, die auch in Thürin­gen von ihr­er Quartier­wirtin Sabine Völk­er über ihre ein­stige Train­ern Gabi Fu&be­ta; oder Ex-Train­ings­ge­fährtin Con­s­tanze Scan­do­lo-Mos­er bis zum Au­tor dies­er Zeilen für sich eingenom­men hat. Eine künftige Eis­läuferin? “Eissch­nel­l­lauf ist in den USA nicht be­son­ders pop­ulär, selbst bei den Olympischen Spielen kam, trotz der amerikanischen Er­folge, kaum et­was im Fernse­hen”, meint Heike Si­na­ki, “auf Rollschuhen kön­nte da eher et­was wer­den, aber dafür ist ja noch Zeit.” Kia­na ist ger­ade 20 Mo­nate alt. Sie wächst zweis­prachig auf (Si­na­ki: “Auch in unserem Freudeskreis sind einige Deutsche”) und hat Heike wohl auch das Heimweh aus­getrieben, dass sie ein Jahr lang heftig ge­plagt hatte.

Sport wird bei Heike Si­na­ki nach wie vor gro&be­ta; geschrieben. “Fast täglich mache ich et­was, meist In­line-Skat­ing oder Rad­fahren, die Umge­bung ist ja sehr schön”, sagt die jet­zt 37jährige, “gele­gentlich fahren wir auch auf eine Eis­bahn, die näch­ste ist eine Au­tos­tunde von unserem Woh­nort.”

Mit dem Herzen ist sie aber nach wie vor mit dem Eissch­nel­l­lauf ver­bun­den. “Durch das In­ter­net kann man sich ja jed­erzeit um­fassend in­for­mieren (desg.de ist da eine er­stk­las­sige Adresse), und mit vielen langjähri­gen Wegge­fährten ste­he ich in regelmä&be­ta;igem Kon­takt per Tele­fon oder E-Mail.”

Steck­brief
*Heike Si­na­ki*, geb. Schalling, gesch. War­nicke
*ge­boren* am 1. Ju­ni 1966 in Wei­mar (Thürin­gen)
*ak­tiv* von 1976 bis 1998 (bis 1980 BSG Mo­tor Wei­mar, bis 1989 SC Tur­bine Er­furt, ab 1989 ESC Er­furt)
*Train­er:* Fred Müller, Gabi Fu&be­ta;, Stephan Gne­u­pel
*Er­folge. Olympia:* 1992 Sil­ber 3000 m, Sil­ber 5000 m; 8. Platz 1500 m; 1994 15. Platz 3000 m; 1998 14. Platz 5000 m. *WM:* Mehrkampf Sil­ber 1991, Bronze 1993, 5. Platz1990, 6. Platz; Einzel­streck­en 4. Platz 1997 5000 m. *EM:* Sil­ber 1991, 1993, Bronze 1990, 1992. *Weltcup:* 5 Siege, 18x Zweite, 15­mal Dritte. *DM:* 8x Gold, 15x Sil­ber, 3x Bronze.
In­ter­net: www.si­na­ki.com

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