Jenny Wolf in Höchstform

Author: SSN 11 February 2010 No Commented
Under: Speedskating, Olympia

Jenny Wolf
Jen­ny Wolf
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Die Sai­son ver­lief bis­lang op­ti­mal für Jen­ny Wolf, die bei fast allen Starts in dies­er Sai­son über die 500m als Siegerin her­vorg­ing. So ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass die Ber­linerin als hausho­he Fa­voritin am Di­en­s­tag über die 2x500m im Rich­mond Oval an­tritt.

So un­ter­mauerte sie ihre Aus­nahmestel­lung als Su­per­sprin­t­erin auch beim Testren­nen am Mitt­woch. In 37,91 Sekun­den und blieb sie nur 19 Hun­dert­s­tel über ihrem ei­ge­nen Bah­n­reko­rd. Dabei war sie mit ihrem An­gang von 10,19 Sekun­denüber auf den er­sten 100m Sch­nell­ste und schockierte zu­dem ihre Konkur­rentin­nen.

Der Druck un­ter dem die Ber­linerin derzeit ste­ht ist enorm. Dabei ist dies­er weitest­ge­hend haus­ge­macht: “Wenn man es ra­tio­n­al be­trachtet, kann nichts an­deres her­auskom­men als Gold. Ich müsste schon eine Menge falsch machen", verkün­dete sie nach ihrem beein­druck­en­den Dop­pelsieg beim Weltcup in Heeren­veen. Vielen an­deren Sportlern würde man nach solch ein­er Aus­sage sch­nell Ar­ro­ganz vor­w­er­fen. Nicht je­doch Jen­ny Wolf – die wie kaum eine An­dere in den ver­gan­ge­nen Jahren ihre Konkur­renz be­herrschte: “Es würde mir nie­mand ab­neh­men, wenn ich über et­was an­deres re­den würde als über Gold.", so Jen­ny.

Trotz­dem – oder ger­ade deswe­gen – ver­sucht sie den Druck von sich fern zu hal­ten: “Ich darf mir nicht zu viele Ge­danken machen, sonst fällt mir wied­er ein, dass Olympische Spiele nur alle vi­er Jahre stattfin­d­en", sagte sie nach ihr­er gelun­ge­nen Gen­er­al­probe und lie­fert auch gleich ein sim­ples Rezept ge­gen das Lam­p­en­fie­ber: “Ich breche die Sache hi­er auf zwei 500-m-Ren­nen herun­ter, und diese Si­t­u­a­tion kenne ich dann wied­er aus dem Ef­f­eff."

Dabei sie­ht die selb­stkri­tische 31-jährige nach je­dem Ren­nen im­mer wied­er neues Verbesserungspo­ten­tial: “Das Eis war nicht per­fekt. Ich habe En­ergie und Vor­trieb ver­loren, weil ich zu hart rein treten musste", sagte Wolf. Bis Di­en­s­tag hat sie noch Zeit, denn dann wer­den knapp an­derthalb Minuten Ge­samt­laufzeit über Sieg – und damit die Er­fül­lung eines Traumes – oder ein­er Nied­er­lage entschei­den. Bis dahin heißt es für Jen­ny  mit leicht­en Train­ing­sein­heit­en und viel Sch­laf den Kör­p­er auf die kom­men­den olympischen Ren­nen einzustellen.

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