Zahlenspiele und Rekorde

Author: SSN 21 March 2009 No Commented
Under: Speedskating

Catherine Grage
Catherine Grage
DES­G­pho­to / L. Ha­gen

Cathrine Grage aus Däne­mark hat Fahrt aufgenom­men: Über 10.000 Me­ter stellte sie beim Oval Fi­nale bere­its ihren sech­sten Lan­des­reko­rd am drit­ten Tag auf und verbesserte ihre Bi­lanz auf ins­ge­samt 59 Dänische Reko­rdzeit­en. Damit kommt sie dem Ar­gen­tini­er José Ig­na­cio Fazio langsam näher, denn der ver­passte über 100 Me­ter ei­nen möglich sech­sten Reko­rd und bleibt bei 63 Na­tio­nalen Bestzeit­en ste­hen. Beide haben in den let­zten Jahren eine sen­sa­tionelle En­twick­lung genom­men. José lief seine er­sten Reko­rde am 07.11.2005 in Heeren­veen mit 56,95 sec über 500 Me­ter und 2.12,10 min über 1500 Me­ter. Heute ste­hen diese Best­marken bei 37,15 sec und 1.52,60 min. Nur wenige Mo­nate zu­vor hatte Cathrine Grage in Kopen­ha­gen ihre er­sten Reko­rde erzielt: 53,60 sec über 500 Me­ter und 2.42,25 min über 1500 Me­ter. Heute ste­hen die Best­marken für die Langstreck­en­spezial­istin bei 42,99 sec und 2.01,88 min.

Den “Wel­treko­rd” an na­tio­nalen Best­marken hält übri­gens eine Deutsche. Moni­ka Gawenus-Pflug stellte zwischen 1970 und 1988 ins­ge­samt 65 Deutsche Reko­rde auf. Zwar wur­den diese Reko­rde im Zuge der Wied­ervereini­gung nur noch als DEV-Reko­rde ge­führt, da in der DDR die Lan­des­reko­rde in der Regel et­was sch­neller waren, zum Zeit­punkt der Auf­stel­lung waren es je­doch Na­tio­nale Reko­rde und wer­den de­ment­sprechend auch weit­er so gew­ertet. Ei­nen so klaren Spitzen­reit­er gibt es bei den Her­ren in Deutsch­land nicht, im­mer­hin bracht­en es Ger­hard Zim­mer­mann (36), Hel­mut Kuh­n­ert (34), Gün­ter Traub (34) und Er­hard Keller (33) auf mehr als 30 Deutsche Reko­rde.

Der Ka­nadi­er Reece Der­raugh in 48,64 sec und seine Lands­frau To­bey Ber­ri­ault in 59,18 sec ge­wan­nen am Don­n­er­s­tag die 500 Me­ter. An sich eher unauf­fäl­lige Zeit­en und trotz­dem sind bei­des neue Weltbestzeit­en. Reece Der­raugh hatte die Reko­rd­marke im “500 Me­ter Rück­wärt­s­laufen” bere­its in der let­zten Sai­son verbessert und damit den “Wel­treko­rd” seines Lands­mannes Alex Hurd vom 11.03.1934 endlich verbessern kön­nen. Bei den Da­men hatte Ker­ry Simp­son (65,20 sec) im let­zten Jahr zwar eine neue Reko­rd­marke aufgestellt, kam allerd­ings nicht in die Nähe der Bestzeit von Clau­dia Pech­stein. Lei­der wer­den die 52,03 sec der Ber­linerin nicht an­erkan­nt, da der Wet­tkampf am 17.03.2005 aus der ARD-Show “Ein­fach Mil­lionär” nicht den Reg­u­larien der ISU ent­sprach.

Während Clau­dia Pech­stein in der Liste ku­rios­er Reko­rde nicht auf­taucht, haben an­dere Promi­nente den Sprung geschafft. Gun­da Nie­mann-Stirne­mann hält seit dem 14.03.1995 den Reko­rd über die Meile, ihre Zeit 2.12,52 min. Bei den Her­ren führt auf dies­er Strecke Jo­hann Olav Koss mit 2.02,00 min im­mer noch die Reko­rdliste an. In 24 Stun­den legte der Nied­er­län­der Jan Roelof Kruithof in Basle­ga 1993 655,600 Kilome­ter zurück, seine Lands­frau Mar­ja de Rid­der lief im Jahr 1997 an gleich­er Stelle 469,594 Kilome­ter.

Manche Reko­rde schei­nen für die Ewigkeit unan­tast­bar, so führen die Amerikan­er John En­nis und Sa­muel J Mont­gomery die Reko­rdlis­ten von 40-90 Meilen an, ge­laufen 1881 und 1882. Nur ihr berühmter Lands­mann Joseph F. Donoghue kon­nte mit Best­marken über 50 und 100 Meilen zwei der Ural­treko­rde verbessern Donoghue lief seine Zeit­en 1894 im amerikanischen Stam­ford. Ob­wohl Frauen of­fiziell erst seit 1932 starten dür­fen, sind er­ste Reko­rd­marken schon da­vor aufgestellt wor­den. Die äl­teste noch beste­hende Best­marke stammt von der Nor­wegerin Fre­drikke Norseng. Diese lief am 04.04.1888 eine Zeit von 1.58,0 min auf ein­er Strecke von 2500 Fuß. Das ent­spricht 761,975 Me­ter.

Der­weil hat­ten die deutschen Her­ren des Na­tion­al­teams in Cal­gary ei­nen freien Tag. Dage­gen nutzte Wi­tali Bytschkow das sch­nelle Eis zu weit­eren per­sön­lichen Bestzeit­en. Der im rus­sischen So­likam­sk ge­borene In­lin­er startet für den Skate-Club Saarp­falz-Bech­hofen und ist seit 2007 auch gern ge­se­hen­er Gast auf dem Eis. Für das her­aus­ra­gende Ergeb­nis des drit­ten Wet­tkampf­tages sorgte je­doch ein An­der­er. Den­ny Mor­ri­son (zwei­fach­er Me­dail­lengewin­n­er von Van­cou­ver) siegte in 1.42,84 min über 1500 Me­ter.

Nicht ganz so sch­nell sind die Ath­leten beim par­al­lel stattfin­d­en­den Wet­tkampf in Salt Lake Ci­ty un­ter­wegs. Der Ber­lin­er In­go Bos belegte am er­sten Tag die Ränge sechs und acht und kon­nte seine per­sön­lichen Bestzeit­en über 500 und 1000 Me­ter verbessern. Der einzige Reko­rd ging auf das Kon­to des Briten Philip Bro­ja­ka, der den Lan­des­reko­rd über 1000 Me­ter auf 1.10,78 min verbessern kon­nte.

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